Gastgewerbe

1700 Freisinger retten Furtnerbräu per Genossenschaft

Hinweis: Das Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erzeugt.

Mehr als 1700 Bürgerinnen und Bürger aus Freising haben ihr Traditionslokal gerettet. Das Furtnerbräu, seit Generationen ein fester Treffpunkt in der oberbayerischen Stadt, stand vor einer ungewissen Zukunft. Statt einen externen Investor das Feld zu überlassen, griffen die Freisinger selbst zur Tat. Sie gründeten eine Genossenschaft und sicherten das Wirtshaus langfristig ab.

Genossenschaft und 99-Jahres-Vertrag als Fundament

Die Rettung stützt sich rechtlich auf einen Erbbaurechtsvertrag mit einer Laufzeit von 99 Jahren. Dieser Vertrag gibt der Genossenschaft die nötige Planungssicherheit, das Wirtshaus bleibt damit dauerhaft in Bürgerhand. Reinhard Fiedler gehört zu den Initiatoren des Projekts. Er trieb die Gründung der Genossenschaft voran und warb in der Schlussphase der Kampagne noch einmal intensiv um Unterstützer.

Das Gebäude muss umfangreich saniert werden. Erste Arbeiten haben bereits begonnen. Die Genossenschaft plant weitere Schritte, um das Wirtshaus baulich und betrieblich auf Kurs zu bringen.

Symptom eines bayernweiten Problems

Das Furtnerbräu steht stellvertretend für eine Entwicklung, die ganz Bayern betrifft. Wirtshäuser schließen in großer Zahl. Gesunkene Umsätze, explodierende Betriebskosten und fehlende Fachkräfte belasten die Betriebe. Besonders in ländlichen Regionen und kleineren Städten trifft dieser Druck die Gastronomie hart.

Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband Dehoga in Bayern setzt sich dafür ein, die bayerische Wirtshauskultur als immaterielles Weltkulturerbe der Unesco anerkennen zu lassen. Damit soll das gesellschaftliche Bewusstsein für den Wert dieser Einrichtungen gestärkt werden.

München als Sonderfall

In München wächst die Zahl der gastronomischen Betriebe. Die Landeshauptstadt profitiert von hoher Kaufkraft, starkem Tourismus und einem dichten Stadtleben. Für viele Wirtshäuser außerhalb Münchens gelten diese Bedingungen nicht.

Bürgermodelle als Ausweg

Das Freisinger Modell ist kein Einzelfall. Auch in anderen bayerischen Dörfern und Kleinstädten haben Bürger ihre Wirtshäuser in Eigenregie gerettet. Genossenschaftsmodelle, Vereine und lokale Initiativen springen dort ein, wo der Markt versagt. Für viele Gemeinschaften sind Wirtshäuser mehr als Gastronomie: Sie sind Orte des sozialen Lebens.

Fazit: Freising liefert ein Modell

Das Furtnerbräu ist gerettet. Der 99-Jahres-Erbbaurechtsvertrag und die Beteiligung von über 1700 Genossenschaftsmitgliedern machen das Freisinger Projekt zu einem belastbaren Modell. Ob andere Kommunen diesen Weg gehen, hängt vom Willen der Bürger ab. Das Beispiel Freising zeigt: Wo dieser Wille vorhanden ist, lässt sich auch ein marodes Wirtshaus retten.

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