2,5 Millionen Schweine: Bayerns Bestand auf höchstem Stand seit 2021
Bayern zählt wieder mehr Schweine. Zum Stichtag 3. Mai waren es 2.545.700 Tiere. Das sind 112.600 mehr als im Vorjahreszeitraum. Den aktuellen Stand hat das Bayerische Landesamt für Statistik in Fürth veröffentlicht. Die Zahlen sind noch vorläufig und erfassen nur Betriebe ab einer bestimmten Mindestgröße.
Höchster Wert seit vier Jahren
Der Anstieg um 4,6 Prozent ist bemerkenswert. Es ist der höchste Schweinebestand in Bayern seit dem Jahr 2021. Damit endet vorerst ein langer Negativtrend. Von 2016 bis 2022 war die Zahl der Schweine im Freistaat deutlich gesunken. Seit 2022 blieb sie weitgehend stabil, bevor sie nun wieder anzog.
Im Zehnjahresvergleich zeigt sich dennoch ein klares Bild: Seit 2016 ist der Schweinebestand in Bayern insgesamt um 23,2 Prozent zurückgegangen. Der aktuelle Anstieg mildert diesen Rückgang, hebt ihn aber nicht auf.
Betriebe verschwinden trotz mehr Tieren
Der Anstieg beim Bestand steht einem anderen Trend gegenüber. Die Zahl der schweinehaltenden Betriebe sinkt weiter. In den vergangenen zehn Jahren haben in Bayern 38,1 Prozent dieser Betriebe aufgehört. Das bedeutet: Weniger Höfe halten mehr Tiere. Die Betriebe werden größer, ihre Zahl kleiner.
Dieser Strukturwandel ist kein bayerisches Sonderphänomen. Er zieht sich durch die gesamte deutsche Landwirtschaft. Kleine und mittelgroße Betriebe können mit den wirtschaftlichen Anforderungen oft nicht mithalten. Investitionskosten, Bürokratie und Marktdruck machen vielen Haltern zu schaffen.
Angespannte Lage für die Branche
Trotz des statistischen Aufwärtstrends beim Tierbestand bleibt die wirtschaftliche Lage der bayerischen Schweinehalter angespannt. Schwankende Erzeugerpreise belasten die Betriebe. Hinzu kommen steigende Kosten für Futter und Energie. Viele Betriebe arbeiten an der Grenze zur Rentabilität.
Der Schweinesektor leidet zudem unter einem schwierigen Marktumfeld. Exportmärkte sind volatil. Die Anforderungen an Tierhaltung und Umweltschutz steigen. Wer investiert, braucht einen langen Atem und Planungssicherheit, die nicht immer gegeben ist.
Langfristiger Rückgang bleibt das prägende Bild
Ein Jahr mit positivem Vorzeichen ändert nichts am Gesamtbild. Der Schweinebestand in Bayern lag vor zehn Jahren deutlich höher. Auch europaweit sank die Zahl der gehaltenen Schweine in den vergangenen Jahren spürbar. Verbraucherpräferenzen, Tierschutzdebatte und wirtschaftlicher Druck wirken zusammen.
Ob der aktuelle Anstieg eine echte Trendwende einleitet oder nur eine kurze Erholung darstellt, ist offen. Die Daten des Landesamts für Statistik sind noch vorläufig. Endgültige Zahlen sollen später folgen.
Fazit
Bayern meldet mehr Schweine auf weniger Höfen. Das Wachstum um 112.600 Tiere ist ein positives Signal für die Branche. Doch der gleichzeitige Rückgang der Betriebe um über 38 Prozent in zehn Jahren zeigt die strukturellen Probleme deutlich. Die bayerische Schweinehaltung steht vor einem Spannungsfeld: mehr Tiere, weniger Halter, kaum Entlastung beim wirtschaftlichen Druck.


