Produzierendes Gewerbe

731 Brauereien: Bayern dominiert, doch Franken schlägt alle

Bayern ist Deutschlands unangefochtene Brauereination. 731 der bundesweit 1.785 Brauereien liegen im Freistaat. Das entspricht etwa 40 Prozent aller deutschen Braustätten. Doch wer die eigentliche Bierhochburg sucht, muss genauer hinschauen.

Bayern führt die absolute Rangliste klar an

Laut aktuellen Daten der Firmendatenbank Listflix vom Juli 2026 zählt Bayern 731 Brauereien. Das ist mehr als jedes andere Bundesland. Auf Bayern folgen deutlich kleinere Zahlen aus anderen Ländern.

Bei der Brauereidichte je 100.000 Einwohner liegt Bayern laut Listflix bei 5,52. Der Freistaat hat rund 13,2 Millionen Einwohner. Die Hauptstadt München zählt allein über 1,5 Millionen davon.

Thüringen belegt bei der Dichte den zweiten Platz mit einem Wert von 5,0 Brauereien je 100.000 Einwohner. Bayern liegt damit knapp vor dem nördlichen Nachbarn.

Franken: Weltrekord bei der Brauereidichte

Innerhalb Bayerns sticht eine Region besonders heraus: Franken. Der Norden des Freistaats zählt noch 278 Brauereien. Auf dieser Fläche ergibt sich die weltweit höchste Brauereidichte.

Viele Betriebe sind seit Generationen in Familienbesitz, von kleinen Landbrauereien bis zu Standorten großer Braukonzerne. Die Braukultur Frankens gilt als immaterielles Erbe der Region.

Bierabsatz in Bayern gegen den Bundestrend

Bayerns Brauer verkaufen mehr Bier als je zuvor. Der Freistaat produzierte zuletzt 18,4 Millionen Hektoliter pro Jahr. Der Bayerische Brauerbund beziffert den Pro-Kopf-Absatz auf bis zu 140 Liter jährlich.

Im restlichen Deutschland ist der Bierkonsum seit der Wiedervereinigung um ein Viertel gesunken. Der bundesweite Wert liegt bei rund 107 Litern pro Kopf und Jahr. Bayern liegt damit deutlich über dem Schnitt.

Branchenstruktur unter Druck

Die positive Absatzbilanz verdeckt strukturelle Probleme. Bereits 2024 mussten bundesweit 52 Brauereien schließen, wie das Deutsche Handwerksblatt meldete.

Auch Bayern blieb davon nicht verschont. Die Zahl der Brauereien im Freistaat sank erstmals auf unter 600 aktive Betriebe. Die Listflix-Zahl von 731 schließt auch Braupubs und kleinere Betriebe ein, die unterschiedlich gezählt werden.

Steigende Energie- und Rohstoffkosten belasten vor allem kleinere Betriebe. Viele Familienbetriebe stehen vor der Entscheidung: investieren oder aufgeben.

Fazit

Bayern bleibt das Bierland Nummer eins in Deutschland. Wer die dichteste Braulandschaft der Welt sucht, fährt nach Franken: Dort stehen auf engem Raum mehr Brauereien als irgendwo sonst auf der Erde. Gleichzeitig kämpft die Branche mit strukturellen Problemen. Wachstum und Strukturkrise verlaufen in der bayerischen Brauwirtschaft parallel.

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