A94: Brücken fertig, Lücken offen – wo der Bau stockt
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Auf dem Neubauabschnitt der A94 zwischen Kirchham und Pocking tut sich sichtbar etwas. Die Brückenbauwerke auf dem rund 13 Kilometer langen Streckenabschnitt sind weitgehend fertiggestellt. Erste Teilstücke tragen bereits Asphalt. Doch der vollständige Lückenschluss zwischen München und Passau bleibt eine Aufgabe mit offenem Ende.
Jahrzehntelange Baugeschichte
Die A94 soll München mit Passau verbinden. Realisiert wurden bislang die Abschnitte München bis Burghausen sowie Malching bis Kirchham. Dazwischen klafft eine Lücke. Auf dem rund 14 Kilometer langen Teilstück zwischen Burghausen und Simbach am Inn läuft der Verkehr noch über die zweispurige Bundesstraße 12.
Die B12 trägt Fern-, Regional- und Landwirtschaftsverkehr gleichzeitig. Sie ist für diese Belastung nicht ausgelegt. Unfälle und Staus sind die Folge.
Neues Planfeststellungsverfahren im Landkreis Rottal-Inn
Die Regierung von Niederbayern hat das Planfeststellungsverfahren für den Bereich zwischen Prienbach-Ost und Kühstein im Landkreis Rottal-Inn eingeleitet. Einwände müssen geprüft, Gutachten bewertet werden. Bis zur Baugenehmigung vergehen oft Jahre.
Der Abschnitt zwischen Kirchham und Pocking zeigt, wie weit voraus gebaut werden kann, wenn die Planungsphase abgeschlossen ist. Im Landkreis Rottal-Inn hingegen steht man am Anfang dieses Prozesses.
Tunnel als Schwachstelle
Störfälle häufen sich
Auf dem bereits fertiggestellten Teil der A94 gibt es ein anderes Problem. Der Tunnel bei Kirchham im Ortsteil Tutting, im Volksmund als „Andi-Scheuer-Tunnel“ bekannt, sorgt wiederholt für Ärger. Zuletzt sperrte ein Unfall mit einem Milchlaster die Röhre für drei Tage in Richtung München. Tunnelbauwerke sind wartungsintensiv und störungsanfällig. Fällt ein solches Bauwerk aus, wird es zum Nadelöhr.
Für Pendler und Spediteure zwischen Niederbayern und München bedeutet jede Sperrung Umwege und Zeitverlust. Betriebe im Raum Passau und Rottal-Inn sind auf eine zuverlässige Anbindung an die Landeshauptstadt angewiesen.
Stau auch am Münchner Ende
Auch im Stadtbereich gibt es Probleme. Auf der A94 zwischen dem Autobahnkreuz München-Ost und der Anschlussstelle Markt Schwaben liegt die Durchschnittsgeschwindigkeit in Spitzenzeiten bei rund 35 Kilometern pro Stunde. Selbst der bereits ausgebaute Teil der Strecke stößt damit an Kapazitätsgrenzen.
Solange die Lücke in Niederbayern nicht geschlossen ist, wird Ausweichverkehr auf die B12 und andere Landstraßen gedrückt, was Ortschaften entlang der Route belastet.
Fazit
Die A94 ist ein Bauprojekt mit zwei Gesichtern. Zwischen Kirchham und Pocking macht der Neubau erkennbare Fortschritte: Die Brücken stehen, der Asphalt kommt. Im Landkreis Rottal-Inn hingegen hat das Planfeststellungsverfahren gerade erst begonnen. Der vollständige Lückenschluss zwischen München und Passau bleibt ein Projekt mit langer Laufzeit.



