Gastgewerbe

ADAC-Umfrage: Krisen und Kosten treiben Bayer vom Reisemarkt

Ein Drittel der Bayern bleibt in diesem Sommer zuhause. Das ist das klare Ergebnis einer repräsentativen Online-Umfrage des ADAC Südbayern unter 1.000 Personen im Freistaat. Die Zahlen zeigen: Steigende Kosten und geopolitische Unsicherheiten hinterlassen im Gastgewerbe und im Reisemarkt deutliche Spuren.

Kosten und Krisen als Hauptgründe

Die Umfrage wurde wenige Wochen vor dem Start der bayerischen Sommerferien durchgeführt. Das Ergebnis ist eindeutig: 33 Prozent der Befragten verzichten in diesem Jahr auf einen Sommerurlaub. Für rund jeden Fünften, konkret 19,5 Prozent, haben Kriege, Krisen und gestiegene Energiepreise direkte Auswirkungen auf die Reiseplanung.

Gestiegene Benzin- und Kerosinpreise belasten das Reisebudget spürbar. Urlaubskosten in Bayern sind zuletzt überdurchschnittlich stark gestiegen, schneller als die allgemeine Inflationsrate. Für viele Haushalte ist der Sommerurlaub damit schlicht zu teuer geworden.

Der Trend zeigt sich auch bundesweit. Mehr als 37 Prozent der Deutschen haben laut einer weiteren Erhebung in diesem Jahr aus finanziellen Gründen auf den Sommerurlaub verzichtet. 31 Prozent planen, seltener oder kürzer zu verreisen. Nur jeder Zehnte kann es sich leisten, mehr Urlaub zu machen als im Vorjahr.

Wer reist, bleibt lieber im Land

Wer dennoch verreist, wählt häufiger das Auto statt das Flugzeug. Flugreisen gelten vielen als zu teuer und zu unsicher. Stattdessen gewinnen Inlandsreisen an Attraktivität. Das Auto bietet Flexibilität und spart Flugkosten.

Politische Unsicherheiten spielen ebenfalls eine Rolle. Viele Reisende meiden bestimmte Regionen bewusst. Sie weichen auf bekannte, als sicher geltende Ziele aus. Das kommt dem deutschen und bayerischen Binnenmarkt zugute, dämpft jedoch die Nachfrage nach Fernreisen und internationalen Pauschalangeboten.

Folgen für das Gastgewerbe in Bayern

Für Hotels, Gaststätten und touristische Betriebe in Bayern ist die Entwicklung zwiespältig. Wer im Inland bleibt, gibt sein Geld möglicherweise im Freistaat aus. Bayerische Urlaubsregionen wie Oberbayern, der Bayerische Wald oder Franken könnten davon profitieren.

Gleichzeitig schrumpft der Gesamtmarkt. Wer gar nicht verreist, gibt auch nichts für Übernachtungen, Gastronomie oder Freizeitangebote aus. Das trifft vor allem kleinere Betriebe, die auf die Sommersaison angewiesen sind.

Dazu kommt der Druck durch steigende Betriebskosten. Energie, Personal und Lebensmittel sind teurer geworden. Viele Betriebe geben diese Kosten über höhere Preise weiter. Das wiederum schreckt preissensible Gäste ab. Ein Kreislauf, der die Branche belastet.

Beschäftigte nehmen weniger Urlaub

Ein weiteres Problem zeigt sich auf Arbeitnehmerseite. Laut einer Umfrage des Deutschen Gewerkschaftsbundes verzichtet jeder dritte Beschäftigte in Deutschland auf Urlaubstage. Als Grund wird häufig die Angst um den Arbeitsplatz genannt. Wer seinen Job gefährdet sieht, nimmt weniger Auszeit.

Das ist aus wirtschaftlicher Sicht problematisch. Nicht genommene Urlaubstage kosten Betriebe Geld durch angesammelte Resturlaubsansprüche. Und ausgebliebene Reisen kosten die Tourismuswirtschaft Umsatz.

Fazit

Die Zahlen des ADAC Südbayern zeichnen ein klares Bild. Die Kombination aus Kostenanstieg, geopolitischen Unsicherheiten und wirtschaftlichen Sorgen drückt auf die Reiselust der Bayern. Für das Gastgewerbe bedeutet das einen schwierigen Sommer. Die Branche steht vor der Aufgabe, mit attraktiven Angeboten jene Gäste anzusprechen, die im Inland bleiben. Das Potenzial ist da, der Wettbewerb um jeden Gast aber härter als in den Vorjahren.

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