Energiewirtschaft

AKW Temelin: Reaktorblock 2 wegen Steuerungspanne abgeschaltet

Hinweis: Das Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erzeugt.

Block 2 des Atomkraftwerks Temelin ist am 16. September 2026 außerplanmäßig abgeschaltet worden. Betreiber CEZ bestätigte: Eine fehlerhafte elektronische Karte im Steuersystem legte den Reaktorblock lahm. Der Reaktor wurde kontrolliert heruntergefahren und vom Netz getrennt.

Fehler im nicht nuklearen Steuersystem

Nach Angaben von CEZ lag die Ursache im Steuersystem für den nicht nuklearen Teil der Anlage, also im konventionellen, dampfturbinenseitigen Bereich des Kraftwerks. Der nukleare Kern selbst war laut Betreiber nicht betroffen.

Eine defekte elektronische Karte löste die Abschaltung aus. Solche Bauteile übernehmen in modernen Kraftwerken Steuerungs- und Überwachungsaufgaben. Fällt eines aus, reagiert das Sicherheitssystem mit einem automatischen Herunterfahren des Blocks.

Angaben zur Wiederinbetriebnahme machte CEZ zunächst nicht. Wie lange Block 2 vom Netz bleibt, war am Tag nach der Panne noch unklar.

Anlage liegt 60 Kilometer von Bayern entfernt

Temelin steht in Südböhmen, nahe der Stadt Tschechische Budweis. Die Entfernung zur bayerischen Grenze beträgt rund 60 Kilometer. Damit gehört das Kraftwerk zu den geografisch nächstgelegenen Atomanlagen für den Freistaat.

Das AKW Temelin hat zwei Druckwasserreaktoren sowjetischer Bauart vom Typ WWER-1000. Beide Blöcke sind seit den frühen 2000er Jahren in Betrieb. Die Anlage ist ein zentraler Bestandteil der tschechischen Stromversorgung.

Kritik an Temelin hat eine lange Geschichte

Das Kraftwerk war seit seiner Planungsphase umstritten. Österreich und Bayern protestierten jahrelang gegen den Bau. Kritiker verwiesen auf die Nähe zu dicht besiedelten Regionen und auf technische Anlaufschwierigkeiten in den ersten Betriebsjahren.

Atomkraftgegner sehen solche Pannen als Beleg für strukturelle Probleme der Anlage. CEZ hingegen betont, dass automatische Abschaltungen zum regulären Sicherheitssystem gehören. Sie seien Ausdruck funktionierender Schutzmechanismen, nicht Zeichen gefährlicher Instabilität.

Tschechien setzt weiter auf Kernenergie

Prag hält trotz solcher Vorfälle an der Atomkraft fest. Tschechien plant den Bau eines neuen Reaktors am Standort Dukovany. Der Auftrag wurde an den südkoreanischen Konzern KHNP vergeben.

Temelin selbst soll langfristig ebenfalls erweitert werden. Zwei weitere Blöcke sind in der Diskussion. Für Bayern bedeutet das: Die Nachbarschaft zu tschechischen Atomkraftwerken bleibt auf Jahrzehnte ein Thema.

Fazit

Die Panne in Temelin war technisch begrenzt und verlief kontrolliert. Der Vorfall zeigt, wie abhängig moderne Kraftwerke von fehlerfreier Elektronik sind. Für Bayern bleibt die Anlage geografisch wie politisch ein sensibler Punkt.

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