Bauwirtschaft

Alte Akademie München: Bau läuft wieder, Streit bleibt

Die Alte Akademie in Münchens Fußgängerzone war lange ein Symbol für gescheiterte Großprojekte. Jahrelang stand der Bau still. Das Signa-Insolvenzdebakel rund um René Benko legte die Arbeiten auf Eis. Jetzt rollt die Baustelle wieder. Neue Eigentümer haben das Projekt übernommen und wollen liefern.

Vom Stillstand zur Baustelle

Rund zwei Jahre lang passierte an der Neuhauser Straße praktisch nichts. Die halbfertige Ruine mitten in der Münchner Innenstadt war ein Ärgernis für Anwohner, Händler und Touristen. Bereits im November 2025 begannen die Arbeiten neu. Damals war der Eigentümerwechsel noch nicht einmal rechtskräftig abgeschlossen.

Zwei neue Investoren übernahmen das Projekt. Beide brachten nicht nur frisches Kapital mit. Sie brachten auch neue Vorstellungen davon, wie das historische Gebäude künftig aussehen soll.

Neue Pläne für Fassade und Arkaden

Vor allem zwei Punkte sorgen für Diskussionen mit der Stadt: die Fassadengestaltung und die Arkaden. Die neuen Investoren wollen erhebliche Änderungen gegenüber den bisherigen Planungen durchsetzen. Die Stadt München prüft die Vorhaben. Eine Einigung steht noch aus.

Die Alte Akademie ist ein denkmalgeschütztes Gebäude. Das schränkt den Spielraum der Investoren ein. Gleichzeitig wollen die neuen Eigentümer ein wirtschaftlich tragfähiges Konzept umsetzen. Dieser Spagat ist bekannt aus anderen Innenstadtprojekten. Er ist selten einfach zu lösen.

ÖDP fordert Transparenz

Politisch bleibt das Projekt umstritten. Die ÖDP hatte bereits im Herbst 2025 Klarheit über das weitere Vorgehen gefordert. Die Partei kritisierte den langen Stillstand und die fehlende Kommunikation über die Zukunft des Gebäudes. Mit dem Baubeginn sind nicht alle Fragen beantwortet.

Bedeutung für die Münchner Innenstadt

Die Alte Akademie liegt an einem der meistfrequentierten Abschnitte der Neuhauser Straße. Eine fertiggestellte, belebte Immobilie würde die Aufenthaltsqualität in der Fußgängerzone deutlich verbessern. Händler in der Umgebung warten seit Jahren auf diesen Moment.

Für die Münchner Bauwirtschaft ist das Projekt ein Testfall. Es zeigt, wie schwierig es ist, nach einer Großinsolvenz wieder Fahrt aufzunehmen. Signa hatte nicht nur in München Projekte hinterlassen. Die Folgen des Konzernzusammenbruchs sind in mehreren deutschen Städten spürbar.

Zeitplan bleibt vage

Einen verbindlichen Fertigstellungstermin nennen die neuen Eigentümer bislang nicht öffentlich. Die laufenden Verhandlungen mit der Stadt über Fassade und Arkaden dürften den Zeitplan beeinflussen. Jede Änderung an einem Denkmalschutzobjekt braucht Zeit und Genehmigungen.

Die Baustelle ist wieder aktiv. Das ist der entscheidende Fortschritt gegenüber den vergangenen zwei Jahren. Wie schnell das Projekt tatsächlich abgeschlossen wird, hängt von mehreren Faktoren ab: von den Verhandlungen mit der Stadt, von der Genehmigungslage und vom Kapital der neuen Eigentümer.

Fazit

Die Alte Akademie hat ihren Status als Bauruine vorerst hinter sich gelassen. Die Arbeiten laufen. Doch das Projekt ist noch weit von der Ziellinie entfernt. Streit über Gestaltungsfragen und offene Genehmigungsverfahren können den Zeitplan schnell wieder verzögern. München hat bei diesem Objekt schon zu oft auf Fortschritt gewartet. Der Druck auf die neuen Investoren ist entsprechend hoch.

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