Anschlag auf Stromnetz: Extremismusbehörde übernimmt Ermittlungen
Zwei Hochspannungsmasten bei Garching nördlich von München standen in der Nacht zu Montag in Flammen. Unbekannte hatten die Masten offenbar gezielt in Brand gesetzt. Teile der Gemeinde Ismaning waren vorübergehend ohne Strom. Der Fall liegt nun bei Bayerns oberster Behörde für Extremismus und Terror.
Staatsschutz übernimmt die Ermittlungen
Die bayerische Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus hat die Ermittlungen übernommen. Das ist ungewöhnlich. Solche Fälle landen dort nur, wenn ein politischer Hintergrund ernsthaft in Betracht kommt.
Ein Behördensprecher bestätigte die Einschätzung gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Tatort und Vorgehensweise legten eine politische Motivation nahe. Gleichzeitig werde in alle Richtungen ermittelt. Auch Verbindungen zu früheren Vorfällen würden geprüft.
Welche früheren Vorfälle konkret gemeint sind, ließ die Behörde offen. Fest steht: Der Anschlag auf Hochspannungsinfrastruktur ist kein alltägliches Vergehen. Ermittler stufen ihn als mutmaßlichen Angriff auf kritische Infrastruktur ein.
Ismaning kurzzeitig ohne Strom
Der Brand der zwei Masten hatte direkte Auswirkungen auf die Stromversorgung. In Teilen Ismanings fiel der Strom vorübergehend aus. Bayernwerk, der zuständige Netzbetreiber, sicherte das Netz und stellte die Versorgung wieder her.
Hochspannungsmasten gehören zum Rückgrat der Energieversorgung. Ein gezielter Angriff darauf trifft nicht nur Haushalte. Auch Unternehmen, Krankenhäuser und öffentliche Einrichtungen können betroffen sein. Im konkreten Fall blieben größere Folgeschäden aus.
Kritische Infrastruktur als Ziel
Angriffe auf Energieinfrastruktur haben in Europa in den vergangenen Jahren an Aufmerksamkeit gewonnen. Stromleitungen, Umspannwerke und Datenkabel gelten als verwundbare Punkte moderner Gesellschaften. Sicherheitsbehörden in mehreren Ländern warnen seit Längerem vor entsprechenden Risiken.
Ob der Vorfall in Garching Teil eines größeren Musters ist, bleibt Gegenstand der laufenden Untersuchung. Die Ermittler prüfen, ob es Zusammenhänge mit ähnlichen Taten gibt. Ergebnisse wurden bislang nicht öffentlich gemacht.
Täter weiterhin unbekannt
Wer hinter dem Anschlag steckt, ist bislang ungeklärt. Die Identität der Täter ist unbekannt. Auch das politische Lager, dem sie möglicherweise angehören, wurde von den Behörden nicht benannt. Die Ermittlungen laufen in alle Richtungen.
Die Staatsanwaltschaft und die Zentralstelle gegen Extremismus arbeiten eng zusammen. Beide Behörden haben keine weiteren Details zum Stand der Fahndung veröffentlicht.
Fazit: Angriff mit Signalwirkung
Der Vorfall bei Garching zeigt, wie verwundbar Energieinfrastruktur sein kann. Zwei Masten reichten aus, um eine Gemeinde kurzzeitig ohne Strom zu lassen. Dass Bayerns Extremismusbehörde den Fall übernommen hat, signalisiert: Die Behörden nehmen den politischen Kontext ernst. Wer die Täter sind und welchem Motiv sie folgten, muss die Ermittlung zeigen.