Politik

Bahnfunk-Ausfall: Länder fordern Konsequenzen von DB-Chefin

Ein Defekt im Bahnfunknetz hat Deutschland für mehrere Stunden in einen Ausnahmezustand versetzt. Züge standen still, Reisende saßen fest. Nun reagiert die Politik mit deutlichen Forderungen an die Deutsche Bahn.

Störung legt marode Infrastruktur offen

Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) zeigt sich alarmiert. Der Ausfall des bundesweiten Zugfunknetzes habe offengelegt, wie schlecht die Deutsche Bahn auf solche Krisen vorbereitet sei. Bernreiter fordert ein vollständiges Update der Bahninfrastruktur.

Der Ausfall traf den gesamten deutschen Schienenverkehr. Mehrere Stunden lang rollte kaum ein Zug. Dann, schrittweise, nahm der Betrieb wieder Fahrt auf. Doch der Schaden für das Vertrauen in die Bahn ist erheblich.

Bernreiter macht keinen Hehl aus seiner Einschätzung. Das Zugfunknetz zeige, in welchem Zustand das gesamte System der Deutschen Bahn stecke. Ein großes Update sei überfällig. Flicken reiche nicht mehr aus.

Auch NRW-Minister greift Bahn scharf an

Nicht nur aus Bayern kommt Gegenwind. NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer kritisiert das Notfallmanagement der Bahn ebenfalls scharf. Es könne nicht sein, dass ein einzelner technischer Defekt den gesamten Bahnbetrieb zum Erliegen bringe.

Krischer fordert funktionierende Notfallmechanismen. Millionen Menschen verlassen sich täglich auf die Bahn. Sie erwarten, zumindest halbwegs pünktlich ans Ziel zu kommen. Dieses Grundversprechen habe die Bahn erneut gebrochen.

Die Kritik aus NRW und Bayern steht exemplarisch für eine breitere Unzufriedenheit der Länder mit dem Konzern. Viele Verkehrsminister sehen das Krisenmanagement der Deutschen Bahn als strukturelles Problem.

Palla muss sich im Oktober erklären

Konsequenzen soll es im Oktober geben. Bei der nächsten Verkehrsministerkonferenz wird DB-Chefin Evelyn Palla als Gast erwartet. Die Länderminister wollen dann konkrete Antworten.

Bernreiter kündigte an, den Vorfall direkt anzusprechen. Die Konferenz biete die Gelegenheit, klare Forderungen zu stellen. Palla werde sich vor den Ministern erklären müssen.

Funknetz als Achillesferse des Systems

Das Zugfunknetz ist ein zentrales Element des deutschen Schienenbetriebs. Ohne funktionierenden Bahnfunk können Zugführer nicht mit den Leitstellen kommunizieren. Die Sicherheitsvorschriften erzwingen dann den Stillstand.

Genau das ist diesmal eingetreten. Der Ausfall traf das Netz flächendeckend. Lokale Ausfälle kennt die Bahn zwar regelmäßig. Ein bundesweiter Kollaps dieser Art ist jedoch außergewöhnlich.

Strukturelle Investitionen gefordert

Bernreiter und Krischer sind sich einig: Einzelreparaturen lösen das Problem nicht. Der Bund müsse deutlich mehr in die Grundinfrastruktur der Schiene investieren. Dazu zählen Stellwerke, Gleise und eben auch das Funknetz.

Die Deutsche Bahn selbst hat sich zu den Forderungen der Länderminister bislang nicht öffentlich geäußert. Der Konzern bestätigte die Störung und deren Behebung. Details zur Ursache nannte er zunächst nicht.

Fazit: Politischer Druck auf die Bahn wächst

Der Bahnfunk-Ausfall ist mehr als eine technische Panne. Er zeigt, wie anfällig das System Deutsche Bahn für Störungen ist. Bayern und NRW machen Druck, andere Länder dürften folgen. DB-Chefin Palla steht im Oktober vor unbequemen Fragen. Ob das Treffen zu konkreten Verbesserungen führt, muss sich zeigen.

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