Energiewirtschaft

Bayerische Brauerei stellt Produktion auf erneuerbare Energie um

Eine bayerische Brauerei hat einen klaren Schnitt vollzogen: Kein Erdgas, kein Heizöl, keine Kohle mehr im Brauprozess. Die Umstellung auf erneuerbare Energien ist abgeschlossen. Für die traditionsreiche Branche ist das ein ungewöhnlicher Schritt.

Energie aus fossilen Quellen war lange Standard

Bierbrauen ist energieintensiv. Wasser muss erhitzt, Maische geläutert und Würze gekocht werden. Brauereien gehören in Bayern zu den größten industriellen Energieverbrauchern im Lebensmittelsektor. Jahrzehntelang war Erdgas die Energiequelle der Wahl. Sie war günstig, verfügbar und verlässlich.

Der Krieg in der Ukraine veränderte die Lage grundlegend. Die Gaspreise explodierten 2022. Viele Betriebe gerieten unter Druck. Für einige Brauereien war das der Anstoß, die Energiestrategie komplett neu zu denken.

Erneuerbare Energien als Fundament der Produktion

Die betreffende Brauerei setzte konsequent auf einen Mix aus verschiedenen erneuerbaren Quellen. Photovoltaikanlagen auf den Dächern der Betriebsgebäude liefern Strom. Biomasse ersetzt die fossile Wärmeversorgung. In manchen bayerischen Betrieben kommen zudem Wärmepumpen zum Einsatz, die Abwärme aus dem Brauprozess zurückgewinnen.

Der Umbau solcher Anlagen ist kostspielig. Investitionen in sechsstelliger Höhe sind für mittelständische Brauereien keine Seltenheit. Staatliche Förderprogramme des Freistaats Bayern sowie Bundesmittel aus dem Bereich der Energieeffizienz helfen, die Kosten zu schultern.

Wärmeerzeugung als größte Herausforderung

Der schwierigste Teil der Umstellung ist die Prozesswärme. Für das Kochen der Bierwürze werden Temperaturen von über 100 Grad benötigt. Strom aus Photovoltaik reicht dafür allein nicht aus. Biomassekessel, die mit Holzpellets oder Hackschnitzeln betrieben werden, schließen diese Lücke.

Holzpellets gelten zwar als CO2-neutral, sind aber keine emissionsfreie Lösung. Fachleute weisen darauf hin, dass die Verfügbarkeit von Biomasse begrenzt ist. Eine flächendeckende Nutzung durch die Industrie würde schnell an Grenzen stoßen.

Signalwirkung für Bayerns Brauwirtschaft

Bayern ist das Kernland der deutschen Brauwirtschaft. Rund 600 Brauereien sind im Freistaat ansässig. Das sind mehr als in jedem anderen Bundesland. Die Branche steht unter Druck: steigende Energiekosten, sinkender Bierkonsum und ein wachsender Erwartungsdruck beim Thema Nachhaltigkeit.

Große Konzerne wie die Paulaner Brauerei Gruppe oder Augustiner haben eigene Klimaziele formuliert. Kleinere Familienbetriebe tun sich schwerer. Ihnen fehlt oft das Kapital für Großinvestitionen. Dennoch zeigt das Beispiel der fossilen Energiewende in einzelnen Häusern, dass der Umbau technisch machbar ist.

Kosten und Wettbewerb als offene Fragen

Die Energiewende im Braukessel hat ihren Preis. Höhere Investitionskosten können sich langfristig durch niedrigere Betriebskosten amortisieren. Doch der Zeitraum bis zur Amortisation beträgt häufig zehn Jahre oder mehr. Nicht jede Brauerei kann so lange planen.

Hinzu kommt der Wettbewerb. Bier aus dem benachbarten Ausland unterliegt anderen Energiepreisen und teils weniger strengen Umweltauflagen. Bayerische Brauereien, die freiwillig investieren, tragen höhere Kosten, ohne einen direkten Preisvorteil zu erzielen.

Fazit: Vorreiter mit Vorbildfunktion

Der Abschluss der Energiewende in einer bayerischen Brauerei ist ein konkretes Signal. Er zeigt, dass die Abkehr von fossilen Energieträgern in der Lebensmittelindustrie keine Utopie ist. Der Weg ist aufwendig und teuer. Doch er ist gangbar. Ob andere Betriebe folgen, hängt von politischen Rahmenbedingungen, Fördergeldern und dem Mut der Unternehmer ab. Die Branche beobachtet den Vorreiter genau.

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