Bayern: 1.780 Firmeninsolvenzen im ersten Halbjahr
Bayern verzeichnet einen markanten Anstieg bei den Firmeninsolvenzen. Für das erste Halbjahr schätzt eine Wirtschaftsauskunftei rund 1.780 Insolvenzfälle im Freistaat. Das sind 6,6 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Pro Werktag gingen damit fast 15 Unternehmen zum Amtsgericht.
Bundesweiter Trend trifft auch Bayern
Der Anstieg in Bayern spiegelt eine gesamtdeutsche Entwicklung wider. Bundesweit beantragten zuletzt 24.064 Firmen Insolvenz. Das entspricht einem Plus von 10,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im April 2026 meldeten allein bundesweit rund 1.800 Unternehmen Insolvenz an. Das war der höchste Stand seit mehr als 20 Jahren.
Bereits 2023 und 2024 stiegen die Insolvenzzahlen jeweils um mehr als 20 Prozent. Im Jahr 2024 lag der Anstieg sogar bei über 25 Prozent. Das übertraf die Erwartungen von Analysten deutlich. Im März 2026 wuchsen die Unternehmensinsolvenzen in Deutschland nochmals um 15,8 Prozent.
Gastgewerbe besonders stark betroffen
Nicht alle Branchen tragen die Last gleich. Das Gastgewerbe verzeichnete im Januar die höchste Insolvenzquote. Sie lag bei 9,1 Fällen je 10.000 Unternehmen. Restaurants, Hotels und Cafés kämpfen mit hohen Energiekosten, gestiegenen Lebensmittelpreisen und einem veränderten Konsumverhalten.
Auch andere arbeitsintensive Branchen geraten unter Druck. Der hohe Kostendruck bleibt ein zentrales Problem. Löhne, Energie und Rohstoffe belasten die Betriebe. Viele Unternehmen konnten diese Kosten nicht ausreichend an ihre Kunden weitergeben.
Arbeitsplätze in Gefahr
Die Insolvenzen betreffen nicht nur Eigentümer und Gläubiger. Auch Beschäftigte verlieren ihre Stellen. Bundesweit erfasste das Institut für Wirtschaftsforschung Halle allein in den größten zehn Prozent der insolventen Unternehmen rund 20.000 betroffene Arbeitsplätze. Das war im September 2025 ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahr.
Für Bayern bedeutet das: Hinter jeder Insolvenz stehen Mitarbeiter, Familien und Lieferanten. Gerade kleinere Zulieferer geraten in Mitleidenschaft, wenn ein größerer Kunde zahlungsunfähig wird.
Konjunktur ohne klare Erholung
Eine rasche Wende ist nicht in Sicht. Die Konjunktur in Deutschland und Bayern zeigt keine stabilen Erholungszeichen. Die Nachfrage aus dem Ausland schwächt sich ab. Die Binnennachfrage bleibt verhalten. Unternehmen, die während der Pandemie gestützt wurden, stehen nun ohne Puffer da.
Viele Betriebe haben ihre Rücklagen aufgebraucht. Kredite wurden teurer. Die Zinswende hat die Refinanzierung für kleine und mittlere Unternehmen deutlich erschwert. Wer auf Wachstum gesetzt hatte, sitzt nun auf Verbindlichkeiten.
Fazit
Die Insolvenzzahlen in Bayern sind kein Ausreißer. Sie sind Teil eines anhaltenden Trends, der sich seit 2023 aufgebaut hat. Fast 15 Firmenpleiten pro Werktag zeigen: Die wirtschaftliche Lage bleibt angespannt. Besonders gefährdet sind Branchen mit hohem Kostendruck und geringen Margen. Entscheidend wird sein, ob sich die Konjunktur in der zweiten Jahreshälfte stabilisiert.



