Bayern als Vorbild: Söder wirbt im Harz für CDU-Chef Schulze
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Weniger als zwei Wochen vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt reiste Bayerns Ministerpräsident Markus Söder in den Harz. Bei einer Wahlkampfveranstaltung in Wernigerode stellte der CSU-Chef sich hinter seinen CDU-Amtskollegen Sven Schulze. Die Botschaft war klar: Wirtschaftskompetenz soll den Unterschied machen.
Söder stärkt Schulze den Rücken
Söder ließ an seinem Auftritt keinen Zweifel. Er sei von Schulze überzeugt, sagte er vor dem Publikum in Wernigerode. „Ich unterstütze euren Ministerpräsidenten“, erklärte Söder. Sein zentrales Argument: „Es ist in diesen Zeiten einfach gut, einen als Ministerpräsidenten zu haben, der von Wirtschaft eine Ahnung hat.“
Schulze revanchierte sich mit deutlicher Anerkennung für das Freistaat-Modell. Bayern sei ein Vorbild für Sachsen-Anhalt, sagte er. „Ihr habt in Bayern echt was erreicht, echt was geschafft.“ Zugleich betonte Schulze: Bayern sei nicht immer dort gewesen, wo es heute stehe. Diesen Aufstieg habe harte Arbeit ermöglicht.
Bayern als Blaupause für den Osten?
Ein Vergleich mit Grenzen
Die Veranstaltung trug den Titel: „Wie viel Bayern kann Sachsen-Anhalt?“ Das ist eine Frage mit politischem Kalkül. Sachsen-Anhalt kämpft seit Jahren mit strukturellen Herausforderungen. Die Wirtschaftskraft liegt deutlich unter dem bundesweiten Durchschnitt. Bayern gilt als wirtschaftsstärkstes Bundesland Deutschlands.
Der Vergleich ist also gewollt provokant. Er soll Schulze mit einem erfolgreichen Markennamen verbinden. Für Söder ist der Auftritt ein vertrautes Format. Er reist regelmäßig in andere Bundesländer, um CDU-Kandidaten im Wahlkampf zu unterstützen.
Seitenhieb gegen die AfD
Söder nutzte die Bühne in Wernigerode auch für eine Warnung gegen die AfD, die in Sachsen-Anhalt in Umfragen stark abschneidet. Konkrete Zahlen nannte Söder nicht. Die Stoßrichtung war dennoch eindeutig: Wer wirtschaftliche Stabilität wolle, solle nicht die AfD wählen.
Diese Argumentation ist für Söder nicht neu. Er setzt seit Jahren auf das Thema Wirtschaft als Abgrenzungsmerkmal gegenüber der AfD. Der Auftritt in Wernigerode folgt diesem Muster.
Wahlkampfendspurt mit Kalkül
Für Schulze kommt der prominente Besuch zur richtigen Zeit. Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt findet in weniger als zwei Wochen statt. Schulze ist seit 2021 Ministerpräsident des Landes und tritt erneut als CDU-Spitzenkandidat an.
Die CDU setzt auf Schulzes wirtschaftspolitisches Profil als zentrales Wahlkampfthema. Söders Visite soll dieses Profil schärfen. Ein bayerischer Ministerpräsident, der öffentlich Wirtschaftskompetenz bescheinigt, ist dabei kein schlechtes Zeugnis.
Fazit
Der Auftritt in Wernigerode war kalkulierte Wahlkampfhilfe. Söder lieferte Schulze eine starke Bühne und ein griffiges Narrativ: Bayern als Erfolgsmodell, Sachsen-Anhalt als Land mit Potenzial. Ob das Kalkül aufgeht, entscheidet sich bei der Landtagswahl. Schulze hat bis dahin zumindest einen prominenten Fürsprecher aus dem Freistaat.



