Bayern dominiert ILA: 120 Aussteller, 13 Milliarden Umsatz
Auf der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung in Berlin stellt Bayern seine Stärke unter Beweis. Mehr als 120 der rund 750 Aussteller kommen aus dem Freistaat. Das ist keine Selbstverständlichkeit, sondern Ergebnis jahrzehntelanger Industriepolitik.
Bayern als Schwergewicht der Branche
Bayern ist der bedeutendste Luft- und Raumfahrtstandort in Deutschland. Rund 500 Unternehmen beschäftigen etwa 42.000 Menschen. Der Jahresumsatz der Branche liegt bei etwa 13 Milliarden Euro.
Andreas Gundel, Geschäftsführer der Branchenplattform Bavairia, zieht eine positive Messebilanz. Er habe keinen unzufriedenen Aussteller angetroffen. Die Resonanz auf der ILA sei durch die Bank positiv gewesen.
Das Spektrum der bayerischen Aussteller ist breit. Es reicht vom Kampfjet der Zukunft bis hin zu mobilen Flugabwehrsystemen. Auch Raumfahrttechnologie und zivile Luftfahrtkomponenten sind vertreten.
Starke Forschungsbasis im Freistaat
Die Stärke Bayerns gründet nicht allein auf der Industrie. Acht Universitäten und Fachhochschulen arbeiten eng mit der Branche zusammen. Sechs Großforschungseinrichtungen ergänzen das Netzwerk.
Dazu zählen das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt sowie Institute der Fraunhofer- und Max-Planck-Gesellschaft. Sie liefern die wissenschaftliche Grundlage für neue Technologien.
Der sogenannte Bayern-Trail auf der ILA 2026 bündelt diese Kompetenz sichtbar. Mehr als 90 bayerische Aussteller werden dort in übersichtlicher Form nach Hallen geordnet präsentiert. Bavairia koordiniert diesen Auftritt als zentrale Branchenplattform.
ILA als strategisches Schaufenster
Die ILA gilt als eines der wichtigsten Treffen der globalen Luft- und Raumfahrtbranche. Für bayerische Unternehmen ist sie mehr als eine Messe. Sie dient dem direkten Austausch mit Entscheidern aus Politik, Militär und Industrie.
Das Bayerische Wirtschaftsministerium betont die Vernetzungsfunktion der ILA. Im Fokus stehe der Kontakt zu hochrangigen Vertretern aus Beschaffung und Forschungsförderung. Gerade im Bereich Verteidigung gewinnen diese Kontakte an Gewicht.
Bayerische Unternehmen liefern Technologien, die auch im Kontext aktueller Sicherheitsanforderungen relevant sind. Drohnenabwehr und Luftraumüberwachung gehören zu den gefragten Bereichen auf der diesjährigen Messe.
Berlin-Brandenburg greift an
Bayern muss seine Spitzenstellung verteidigen. Die Regierungschefs von Berlin und Brandenburg, Kai Wegner und Dietmar Woidke, haben zur ILA 2026 klar Stellung bezogen. Ihr Ziel: Bayern in der Luft- und Raumfahrt zu überholen.
Die Hauptstadtregion setzt auf den Standortvorteil der ILA selbst. Die Messe findet in Schönefeld statt, unmittelbar vor der Haustür von Berlin-Brandenburg. Das stärkt die lokale Sichtbarkeit der dortigen Branche.
Bayerns Vorsprung ist jedoch erheblich. Mit 42.000 Beschäftigten, 500 Unternehmen und einem Umsatz von 13 Milliarden Euro hat der Freistaat eine industrielle Basis, die nicht schnell eingeholt wird.
Fazit
Bayern zeigt auf der ILA 2026, dass der Freistaat die Luft- und Raumfahrt in Deutschland nach wie vor prägt. Die Zahlen sprechen für sich: 120 Aussteller, ein gefestigtes Forschungsnetz, eine klare Industriestrategie. Der Druck aus Berlin-Brandenburg ist real. Doch Bayern hat eine strukturelle Stärke aufgebaut, die kurzfristig kaum angreifbar ist.



