Handel

Bayern: Handel-Beschäftigte bekommen bis zu 5 Prozent mehr Lohn

Verdi und der Arbeitgeberverband LGAD haben sich auf einen Pilotabschluss für den Groß- und Außenhandel in Bayern geeinigt. Rund 240.000 Beschäftigte im Freistaat erhalten in zwei Schritten mehr Geld. Der Abschluss gilt als Vorlage für Tarifverhandlungen in der gesamten Branche in Deutschland.

Zwei Stufen, 24 Monate Laufzeit

Die Einigung sieht eine stufenweise Lohnerhöhung vor. Ab dem 1. August steigen die Entgelte um 2,9 Prozent. Zum 1. Mai des Folgejahres folgt eine weitere Erhöhung um 2,1 Prozent. Der Tarifvertrag läuft insgesamt 24 Monate, bis Ende April 2028.

Über die gesamte Laufzeit ergibt sich eine Gesamterhöhung von rund fünf Prozent. Die erste Stufe greift bereits im Sommer.

Pilotcharakter für ganz Deutschland

Der Abschluss in Bayern hat Pilotcharakter. Er gilt als Vorlage für Tarifverhandlungen in anderen Bundesländern. Verdi und die jeweiligen Arbeitgeberverbände orientieren sich in der Regel an solchen Piloteinigungen.

Der Groß- und Außenhandel gehört zu den größten Branchen in Bayern. Er umfasst Unternehmen aus dem Großhandel mit Waren aller Art sowie Betriebe im Außenhandel, von Lebensmittelgroßhändlern bis zu Industrieausrüstern.

Verhandlungen in München

Die Tarifverhandlungen fanden in München statt. Verdi und der Landesverband des Groß- und Außenhandels Bayern (LGAD) einigten sich nach mehreren Verhandlungsrunden. Details zur genauen Zahl der Runden oder zum Verhandlungsdatum lagen zunächst nicht vor.

Verdi hatte in dieser Tarifrunde höhere Forderungen gestellt als das nun erzielte Ergebnis. Das ist in Tarifverhandlungen üblich. Das Ergebnis liegt nach Verdi-Angaben über der Inflationsrate der vergangenen Monate.

Reallohngewinn für Beschäftigte

Bei einer Inflationsrate, die sich in Deutschland zuletzt bei rund zwei Prozent bewegte, bedeuten die vereinbarten Erhöhungen einen realen Kaufkraftgewinn. Die erste Stufe ab August beträgt 2,9 Prozent.

Die Branche kämpft seit Jahren mit Fachkräftemangel. Höhere Löhne gelten als ein Mittel, um Stellen attraktiver zu machen.

Planungssicherheit durch lange Laufzeit

Die Laufzeit von 24 Monaten gibt beiden Seiten Planungssicherheit. Unternehmen können ihre Personalkosten verlässlich kalkulieren. Beschäftigte wissen, was sie in den nächsten zwei Jahren erwartet.

Lange Laufzeiten sind in wirtschaftlich unsicheren Zeiten oft ein Kompromiss: Gewerkschaften verzichten auf kurzfristige Nachverhandlungsmöglichkeiten, Arbeitgeber zahlen dafür geringfügig höhere Abschlüsse.

Reaktion anderer Bundesländer offen

Die 240.000 Beschäftigten im bayerischen Groß- und Außenhandel erhalten noch in diesem Sommer mehr Geld. Wie andere Bundesländer auf den Münchner Pilotabschluss reagieren, wird sich in den kommenden Wochen zeigen.

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