Bauwirtschaft

Bayerns Bau-Auftragsbestand klettert auf 18,75 Milliarden Euro

Hinweis: Das Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erzeugt.

Bayerns Bauunternehmen haben gut gefüllte Auftragsbücher. Zum Ende des zweiten Quartals 2026 lag der Auftragsbestand im Bauhauptgewerbe bei 18,75 Milliarden Euro, wie das Statistische Landesamt mitteilt. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht das einem Plus von 5,7 Prozent. Auch preisbereinigt zeigte die Kurve leicht nach oben.

Infrastruktur zieht den Markt

Nicht alle Sparten entwickeln sich gleich. Tiefbau und Infrastruktur gelten laut den Marktdaten als wesentliche Treiber des Wachstums. Öffentliche Investitionen in Straßen, Schienen und Versorgungsnetze füllen die Auftragsbücher.

Auch auf europäischer Ebene zeigt sich ein ähnliches Bild. Der österreichische Baukonzern Strabag meldete zuletzt einen Rekord-Auftragsbestand. Besonders stark sei das Geschäft in Deutschland gewachsen, vor allem im Infrastruktur- und Ingenieurbau.

Wohnungsbau schwächelt weiter

Deutlich schlechter sieht die Lage im Wohnungsbau aus. Preisbereinigt sank der Auftragsbestand in diesem Bereich. Hohe Baukosten und gestiegene Zinsen bremsen private Investitionen. Viele Bauvorhaben wurden in den vergangenen Jahren verschoben oder ganz gestrichen.

Für Familien und Investoren bleibt Bauen teuer. Die Nachfrage nach Wohnraum in Bayern ist hoch, das Angebot hält nicht Schritt. Das belastet den Wohnungsmarkt in Ballungsräumen wie München, Nürnberg und Augsburg.

Fachkräfte und Material als Engpassfaktoren

Volle Auftragsbücher bedeuten nicht automatisch reibungslose Bauabläufe. Bayerische Unternehmen kämpfen weiter mit Fachkräftemangel und teils langen Lieferzeiten bei Materialien. Das kann die Abarbeitung des Auftragsbestands verlangsamen. Die Kapazitäten der Betriebe sind vielerorts ausgelastet.

Gemischtes Signal für die Branche

Die 18,75 Milliarden Euro in den Büchern geben den Unternehmen Planungssicherheit für die kommenden Monate. Doch die Zweiteilung des Marktes bleibt ein Problem: Der öffentliche Bau boomt, der private Wohnungsbau stagniert oder schrumpft real.

Für Staatsregierung und Kommunen ist das ein zweischneidiges Signal. Einerseits fließen Steuergelder in Infrastruktur und stützen die Branche. Andererseits fehlt bezahlbarer Wohnraum. Ohne eine Erholung im Wohnungsbau bleibt das Wachstum des Gesamtmarktes strukturell anfällig.

Fazit

Der Auftragsbestand von 18,75 Milliarden Euro und das Plus von 5,7 Prozent sind positive Zeichen für Bayerns Baubranche. Der preisbereinigte Rückgang im Wohnungsbau trübt das Bild jedoch. Die Branche wächst, aber nicht dort, wo der Bedarf am größten ist.

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