Bauwirtschaft

Bayerns Bauministerium will Leerstand in Wohnungen verwandeln

Hinweis: Das Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erzeugt.

Leerstehende Bürogebäude, verlassene Ladenzeilen, geschlossene Gaststätten: Bayern hat ein Leerstandsproblem. Gleichzeitig fehlen Wohnungen, besonders in den Städten. Das Bauministerium will beides miteinander lösen und hat dazu eine neue Initiative gestartet.

Modellvorhaben soll den Weg zeigen

Das Programm trägt den Namen „Leerstand jetzt WOHNEN“. Es zeigt, wie aus ungenutzten Gewerbe-, Einzelhandels- oder Bürogebäuden bezahlbarer Wohnraum entstehen kann. Fünf Pilotgemeinden sind bereits dabei und setzen konkrete Projekte um.

Das Modellvorhaben soll Erkenntnisse liefern, die später auf ganz Bayern übertragen werden. Welche Gebäudetypen lassen sich realistisch umbauen? Welche Hürden bremsen die Umnutzung? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt.

Strenge Vorschriften als Bremse

Ein zentrales Problem ist das Baurecht. Wer ein ehemaliges Ladenlokal oder ein Bürogebäude in Wohnungen umwandeln will, stößt schnell auf strenge Vorgaben. Schallschutz, Belichtung, Raumhöhen: Die Anforderungen für Wohnraum unterscheiden sich erheblich von denen für Gewerbe.

Bayern will deshalb eine sogenannte Umbauordnung einführen. Sie soll flexible Regeln schaffen, die Umbauten erleichtern, ohne Sicherheitsstandards aufzuweichen. Vorbild sind ähnliche Regelungen in anderen europäischen Ländern.

München als Sonderfall

In München ist der Druck besonders hoch. Die Wohnungsnot gehört dort seit Jahren zu den drängendsten politischen Problemen. Gleichzeitig hat der Münchner Büroleerstand ein Rekordniveau erreicht.

Doch das Potenzial ist begrenzt. Das Maklerunternehmen Colliers hat in einer Analyse errechnet, dass kurzfristig nur rund 60.000 Quadratmeter Bürofläche für eine Umnutzung infrage kommen. Viele Gebäude sind baulich oder rechtlich nicht geeignet.

Kommunen suchen eigene Wege

Auch einzelne Kommunen und Landkreise haben das Problem erkannt und eigene Maßnahmen ergriffen. Der Landkreis Hof hat bereits einen „Leerstands- und Immobilienmanager“ in Vollzeit eingestellt. Diese Stelle soll gezielt freistehende Gebäude erfassen und Eigentümer beim Umbau begleiten.

Leerstand ist kein rein städtisches Problem. Auch ländliche Regionen kämpfen mit ungenutzten Immobilien: alte Metzgereien, Gasthöfe oder frühere Bankfilialen.

Bundesrecht schafft neue Spielräume

Eine Änderung des Baugesetzbuches aus dem Jahr 2025 ermöglicht es Kommunen, Wohnbauprojekte schneller zu genehmigen. Mehrere Städte nutzen diese Möglichkeit bereits. Die Stadt Wildeshausen setzt den sogenannten Bau-Turbo gezielt ein, um Wohnprojekte zügiger umzusetzen.

Umbau statt Abriss

Architekten und Ökonomen plädieren schon länger dafür, leere Gebäude umzunutzen statt sie abzureißen. Abriss und Neubau verbrauchen erhebliche Mengen an Energie und Ressourcen. Umbau ist in vielen Fällen nachhaltiger und oft günstiger.

Das Bauministerium greift diesen Ansatz auf. Die Initiative zielt auf mehr Wohnraum und auf eine ressourcenschonende Stadtentwicklung.

Fazit

Der Erfolg hängt an flexiblem Baurecht, kooperativen Eigentümern und ausreichenden kommunalen Kapazitäten. Das Modellvorhaben mit fünf Pilotgemeinden ist ein erster konkreter Schritt. Ob daraus eine flächendeckende Umsetzung wird, entscheidet sich in den kommenden Jahren.

Ähnliche Artikel

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"