Fischerei

Bayerns Flüsse in der Krise: Fischereiverband fordert Staatsregierung

Bayerns Flüsse leiden unter Hitze und Wassermangel. Der Landesfischereiverband Bayern hat die Staatsregierung aufgefordert, den Gewässerschutz deutlich zu verstärken. Hintergrund sind historisch niedrige Wasserstände und gefährlich hohe Temperaturen in zahlreichen bayerischen Gewässern.

Kritische Messwerte in Isar und Main

An der Isar in München wurden in diesem Jahr bereits Wassertemperaturen von mehr als 21 Grad Celsius gemessen. Ab diesem Wert wird es für Forellen lebensbedrohlich. Das teilte der Landesfischereiverband mit.

Noch schwerwiegender ist die Situation am Main. Die Messstation in Erlabrunn bei Würzburg zeigte zeitweise mehr als 26 Grad Wassertemperatur an. Solche Werte sind für kälteliebende Fischarten kaum überlebbar. Auch im Allgäu, das sonst für kühlere Gewässer bekannt ist, herrscht laut Fischereiverbänden historisches Niedrigwasser.

Verbände fordern Notfallplan und mehr Kontrollen

Der Landesfischereiverband fordert mehr Anstrengungen beim Gewässerschutz. Fischereiverbände, darunter internationale Organisationen, haben ihre Forderungen in München öffentlich gemacht. Konkret verlangen sie mehr staatliche Kontrollen der Gewässer und wollen, dass die Staatsregierung dem fortschreitenden Wasserschwund entgegenwirkt.

Einzelne Verbände sprechen bereits von einer Alarmstufe Rot und fordern einen Notfallplan für Hitzeereignisse. Solche Pläne existieren bislang nicht in verbindlicher Form auf Landesebene.

Flachland und Bergregionen gleichermaßen betroffen

Die Probleme beschränken sich nicht auf städtische Gewässer wie die Isar in München. Auch Flüsse und Bäche im Flachland und im Allgäu zeigen ähnliche Muster. Niedrige Pegelstände führen dazu, dass sich das Wasser schneller erwärmt, was die Lage für Fische zusätzlich verschärft.

Besonders betroffen sind Kaltwasserfische wie Forellen und Äschen. Diese Arten benötigen sauerstoffreiches, kühles Wasser. Bei hohen Temperaturen sinkt der Sauerstoffgehalt, was zu Massensterben führen kann.

Staatsregierung in der Pflicht

Die Fischereiverbände sehen die Staatsregierung in der Verantwortung. Freiwillige Maßnahmen reichten nicht aus. Gefordert werden gesetzliche Vorgaben, bessere Schutzgebiete für Gewässer und ein koordiniertes Vorgehen der Behörden.

Vertreter des Landesfischereiverbands tagten zuletzt in Oberschleißheim bei München, wo die Forderungen an die Politik formuliert wurden. Eine offizielle Antwort der Staatsregierung steht noch aus.

Wirtschaftliche Folgen für die Fischerei

Die Krise hat auch wirtschaftliche Dimensionen. Die Berufsfischerei in Bayern hängt von gesunden Fischbeständen ab. Sinken die Bestände durch Hitzeschäden, trifft das Fischer direkt in ihrer Existenz. Auch die Freizeitfischerei, ein erheblicher Wirtschaftsfaktor in ländlichen Regionen, gerät unter Druck.

Bayern zählt rund 300.000 Angelsportler, die jährlich erhebliche Summen in Ausrüstung, Lizenzen und Tourismus investieren. Gesunde Gewässer sind die Grundlage dieses Wirtschaftszweigs.

Forderungen und offene Antworten

Messwerte weit über der kritischen Grenze, historische Niedrigstände und der Ruf nach einem Notfallplan kennzeichnen die aktuelle Lage in Bayerns Flüssen. Die Fischereiverbände haben klare Forderungen formuliert. Eine Antwort der Staatsregierung steht noch aus.

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