Regional

Bayerns günstige Lagen holen auf: Wohnungen bis zu 10 % teurer

Der bayerische Immobilienmarkt verändert sein Gesicht. Nicht mehr nur München oder Starnberg treiben die Preise. Eine Analyse der Angebotspreise von Wohnungen in kreisfreien Städten und Landkreisen in Bayern und Baden-Württemberg zeigt: Die stärksten Preisanstiege finden sich inzwischen in bislang günstigeren Regionen. In einzelnen Märkten beträgt der Anstieg bis zu zehn Prozent binnen eines Jahres.

Preisdruck verschiebt sich ins Umland

München bleibt die teuerste Stadt in der gesamten Analyse. Die prozentualen Zuwächse fallen dort jedoch moderater aus als anderswo. Käufer weichen auf umliegende Landkreise aus, wo sie auf niedrigere Einstiegspreise treffen, aber auch auf stark steigende Kurven.

Regionen mit guter Anbindung an größere Städte ziehen Nachfrage an, die Preise steigen entsprechend. Wer heute kaufen will, zahlt deutlich mehr als noch vor zwölf Monaten.

Miesbach und Starnberg: Teuer und weiter steigend

Miesbach ist nach München die zweitteuerste Region in der gesamten Auswertung. Trotz des bereits hohen Preisniveaus legen die Angebotspreise weiter zu. Auch Starnberg zeigt keine Anzeichen einer Abkühlung. Dort kostet der Quadratmeter im Schnitt rund 6.346 Euro, ein Anstieg von knapp fünf Prozent im Jahresvergleich.

Selbst in den hochpreisigen Lagen ist die Kaufbereitschaft also noch nicht erschöpft. Nachfrage und Knappheit halten die Preise oben.

Günstigere Landkreise holen besonders stark auf

Die größten prozentualen Sprünge verzeichnen Regionen, die bisher als erschwinglich galten. Sie liegen im Einzugsbereich von Ballungsräumen und haben noch niedrigere Einstiegspreise als die Metropolen, was sie für Familien und Pendler attraktiv macht.

Ähnliche Bewegungen zeigen sich auch in Baden-Württemberg: Günstigere Märkte holen auf, während die Preisentwicklung in den teuersten Städten etwas an Tempo verliert.

Was Käufer und Investoren beachten müssen

Wer auf fallende Preise wartet, hat bisher falsch gelegen. Zwar hat sich der Preisanstieg bei Eigentumswohnungen in den zehn größten deutschen Städten zuletzt etwas verlangsamt. Für Bayern gilt das nur bedingt.

In den mittelgroßen Städten und Landkreisen bleibt der Markt angespannt. Das Angebot wächst nicht schnell genug, die Nachfrage übersteigt das verfügbare Angebot in vielen Lagen weiterhin deutlich.

Finanzierungskosten als limitierender Faktor

Ein Preisanstieg von zehn Prozent trifft Käufer hart. Höhere Zinsen für Baufinanzierungen belasten das Budget zusätzlich. Viele Kaufinteressenten müssen ihre Pläne anpassen oder auf kleinere Objekte ausweichen, was den Druck auf günstigere Segmente weiter erhöht.

Für Investoren rückt damit der Einstiegszeitpunkt in günstigeren Lagen. Wer früh kauft, profitiert von den noch niedrigeren absoluten Preisen. Gleichzeitig steigt das Risiko, wenn die Nachfrage nachlässt.

Strukturwandel auf dem bayerischen Wohnungsmarkt

Der bayerische Wohnungsmarkt bleibt dynamisch. Die Preise steigen nicht mehr nur in München und den Landkreisen rund um den Starnberger See, sondern erfassen nun auch Regionen, die lange als günstige Alternative galten. Käufer, die Erschwinglichkeit suchen, müssen immer weiter schauen und immer tiefer in die Tasche greifen.

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