
Bayerns M+E-Industrie: 20.000 Jobs weg, Krise hält an
Die bayerische Metall- und Elektroindustrie steckt tief in der Krise. Binnen eines Jahres sind 20.000 Arbeitsplätze weggefallen. Allein im ersten Quartal 2025 verlor die Branche fast 10.000 Stellen. Das war bereits der fünfte Quartalsrückgang in Folge. Die Branchenverbände bayme und vbm schlagen Alarm.
Fünfter Rückgang in Serie
Die Zahlen sind eindeutig: Quartal für Quartal baut die M+E-Industrie in Bayern Beschäftigung ab. Im ersten Quartal 2025 beschleunigte sich dieser Trend. Fast 10.000 Jobs verschwanden in nur drei Monaten, ein Viertel des gesamten Jahresverlusts.
Im ersten Halbjahr 2025 summierten sich die Verluste auf rund 18.000 Stellen. Die Betriebe reagieren damit auf schwache Auftragseingänge und eine anhaltend gedämpfte Nachfrage. Eine Trendwende ist derzeit nicht erkennbar.
Strukturelle Probleme belasten die Branche
Automobilindustrie als Belastungsfaktor
Ein zentrales Problem ist die Schwäche der Automobilindustrie, die ein wichtiger Abnehmer für viele M+E-Betriebe in Bayern ist. Die Krise trifft die gesamte Zulieferkette. Auch in Baden-Württemberg rechnen Arbeitgeberverbände mit dem Wegfall von rund 40.000 Stellen in der Automobilbranche.
Die Lage ist kein bayerisches Einzelphänomen. Sie spiegelt eine gesamtdeutsche Industriekrise wider. Hohe Energiekosten, schwache Exportnachfrage und der Strukturwandel in der Mobilität belasten die Unternehmen gleichermaßen.
Internationaler Wettbewerbsdruck
Günstige Anbieter aus Asien drängen auf europäische Märkte. Das betrifft Zulieferer und Vorleistungsbranchen ebenso wie den Einzelhandel. Die Spielräume für bayerische Industriebetriebe werden enger.
Verbände fordern politische Reaktion
Die Branchenverbände bayme und vbm haben die Zahlen öffentlich gemacht und fordern von der Politik konkrete Entlastungsmaßnahmen: niedrigere Energiepreise, weniger Bürokratie und bessere Investitionsbedingungen.
Viele Betriebe reagieren zunächst mit Kurzarbeit, bevor sie Stellen endgültig streichen. Doch dieses Mittel hat Grenzen. Hält die Schwäche an, folgen weitere Entlassungen.
Fazit
Zwanzigtausend verlorene Stellen in einem Jahr sind kein vorübergehendes Signal. Sie zeigen strukturelle Verschiebungen in der deutschen Industrie. Wie tief der Einschnitt letztlich ausfällt, hängt von politischen Rahmenbedingungen und internationaler Wettbewerbsfähigkeit ab.



