Agrar

Bayerns Pilzsaison: Dürre lässt Wälder leer

Hinweis: Das Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erzeugt.

Bayerns Wälder und Wiesen zeigen in dieser Saison ungewöhnlich wenig. Pilze fehlen fast vollständig. Der Landesbund für Vogel- und Naturschutz, die Bayerische Mykologische Gesellschaft und die Universität Bayreuth schlagen Alarm. Die anhaltende Trockenheit des vergangenen Sommers macht sich bemerkbar.

Enttäuschende Saison für Sammler und Wissenschaft

Hobby-Pilzsammler durchstreifen die Wälder und kehren mit leeren Körben heim. Auch Fachleute finden kaum etwas. Die Pilzsaison 2026 fällt für den Freistaat außergewöhnlich schlecht aus. Schuld ist die lange Trockenheit des Dürresommers.

Pilze brauchen Feuchtigkeit, um ihre Fruchtkörper zu bilden. Fehlt Regen über Wochen, bleiben die sichtbaren Pilze aus. Das betrifft Speisepilze wie Steinpilz oder Pfifferling ebenso wie seltene Arten.

Das Myzel überlebt im Boden

Lotte Krüger vom Landesbund für Vogel- und Naturschutz erklärt den Unterschied. Fehlende Pilze bedeuten nicht automatisch, dass Arten verschwunden sind. Das eigentliche Pilzgeflecht, das Myzel, lebt verborgen im Boden. Es kann dort überdauern, bis die Bedingungen wieder günstiger werden.

Viele Pilzarten sind widerstandsfähiger als es scheint. Ein einzelnes trockenes Jahr stellt für die meisten Arten noch keine existenzielle Bedrohung dar.

Häufung von Extremereignissen bereitet Sorgen

Christoph Hahn, Vorsitzender der Bayerischen Mykologischen Gesellschaft, sieht das Problem woanders. Nicht das einzelne Dürrejahr sei das Problem. Die Häufung solcher Extremsommer sei das eigentliche Risiko. Trockene Sommer treten infolge der Klimakrise öfter auf. Die Belastung für Pilze und ihre Ökosysteme steigt damit dauerhaft.

Für das Pilzmyzel im Boden wird es schwieriger, sich zwischen den Dürreperioden zu erholen. Wiederholter Trockenstress schwächt das Geflecht langfristig. Das kann letztlich das Überleben einzelner Arten gefährden.

Bedeutung für Wald und Landwirtschaft

Pilze sind weit mehr als Waldfrüchte für den Sonntagsausflug. Viele Baumarten bilden mit Pilzen sogenannte Mykorrhizen, bei denen Baum und Pilz Nährstoffe austauschen. Dieser Austausch ist für gesunde Wälder essenziell.

Schwächelt das Pilzgeflecht dauerhaft, leidet auch der Wald. Das betrifft Forstwirtschaft und Naturschutz gleichermaßen. In Bayern, wo Wälder rund ein Drittel der Landesfläche bedecken, ist das ein relevantes Signal.

Forschung an der Universität Bayreuth

Die Universität Bayreuth gehört zu den führenden Forschungseinrichtungen im Bereich Mykologie in Deutschland. Gemeinsam mit dem LBV und der BMG beobachten die Wissenschaftler die Entwicklung der Pilzpopulationen im Freistaat. Die aktuellen Beobachtungen aus dieser Saison fließen in die laufende Forschung ein.

Langfristige Datenreihen helfen zu verstehen, wie sich wiederholte Dürren auf die Artenvielfalt auswirken. Konkrete Zahlen zu Artenverlusten liegen noch nicht vor.

Warnsignal aus dem Waldboden

Die magere Pilzsaison 2026 zeigt die Folgen des Dürresommers. Ein einzelnes schlechtes Pilzjahr ist verkraftbar. Wiederholt sich das Muster, drohen langfristige Schäden für Ökosystem und Forstwirtschaft. Der LBV, die Bayerische Mykologische Gesellschaft und die Universität Bayreuth fordern, die Entwicklung genau zu beobachten und häufigere Extremsommer als Ursache ernstzunehmen.

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