Agrar

Bayerns Rinderhaltung schrumpft: 18.000 Tiere weniger in einem Jahr

Bayern verliert Rinder. Zum Stichtag 3. Mai 2026 hält der Freistaat noch 2.685.976 Tiere. Das sind 18.160 Tiere oder 0,7 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig sinkt die Zahl der Halter: Das Landesamt für Statistik zählt noch 36.898 Rinderhaltungen im Freistaat.

Ein Rückgang, der sich Jahr für Jahr wiederholt

Die aktuellen Zahlen überraschen Fachleute nicht. Der Rückgang setzt einen langjährigen Trend fort. Betriebe geben auf, Nachfolger fehlen, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen machen vielen Haltern zu schaffen. Was neu hinzukommt: Auch die Biolandwirtschaft bleibt von dieser Entwicklung nicht verschont.

Im Schnitt entfallen auf jeden der verbliebenen Betriebe rund 73 Tiere. Größere Betriebe übernehmen die Bestände ausscheidender Halter. Die Konzentration in der Rinderhaltung schreitet damit voran.

Regionale Unterschiede fallen auf

Der Rückgang trifft nicht alle Regionen Bayerns gleich hart. Unter- und Mittelfranken verzeichnen die stärksten Verluste. In Oberbayern hingegen steigen die Bestände noch leicht an. Das deutet auf unterschiedliche Strukturen und wirtschaftliche Bedingungen in den einzelnen Regierungsbezirken hin.

In Ostbayern war der Rückgang bereits in den vergangenen Jahren besonders spürbar. Fachleute aus der Zuchtbranche hatten dort zuletzt einen kontinuierlichen und anhaltenden Abbau der Rinderhalterbetriebe prognostiziert.

Anbindehaltung unter Druck

Ein weiteres Thema belastet die Branche. In Bayern betreiben noch rund 7.000 Milchviehbetriebe eine Anbindehaltung. Tierschutzorganisationen und Teile der Verbraucher lehnen diese Haltungsform ab. Ein gesetzliches Verbot existiert bislang nicht. Der gesellschaftliche Druck auf betroffene Betriebe wächst dennoch. Für viele kleinere Höfe wäre eine Umrüstung auf Laufstallhaltung wirtschaftlich kaum zu stemmen. Das beschleunigt vielerorts die Entscheidung zur Betriebsaufgabe.

Strukturwandel ohne Pause

Hinter den Zahlen steckt ein tiefgreifender Strukturwandel. Kleinere Familienbetriebe ohne Hofnachfolge schließen ihre Ställe. Höhere Anforderungen an Tierhaltung und Umweltschutz erfordern Investitionen, die sich viele nicht leisten können oder wollen. Der Milchpreis schwankt, die Kosten für Futter und Energie bleiben hoch.

Gleichzeitig wachsen die verbleibenden Betriebe. Sie übernehmen Flächen und Tiere der ausgeschiedenen Kollegen. Bayerns Rinderhaltung konzentriert sich auf immer weniger, dafür größere Einheiten.

Fazit

Der Rückgang um 18.160 Rinder binnen eines Jahres ist kein Ausreißer. Er ist das Ergebnis eines strukturellen Wandels, der die bayerische Landwirtschaft seit Jahrzehnten prägt. Ob Förderprogramme oder politische Weichenstellungen diesen Trend bremsen können, entscheiden die kommenden Jahre. Die Statistik des Landesamts spricht vorerst eine klare Sprache: Bayerns Rinderhalter werden weniger.

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