Agrar

Bayerns Schafhalter kämpfen gegen Futternot und steigende Kosten

Hinweis: Das Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erzeugt.

Verdorrte Weiden, halbgefüllte Futtersilos und steigende Kosten: Die Dürre des Sommers 2026 trifft Bayerns Schafhalter hart. Viele können ihre Tiere derzeit nicht auf die Weide schicken. Stattdessen müssen sie bereits jetzt Futter verfüttern, das für den Winter gedacht ist.

Winterfutter wird im Sommer verbraucht

Martin Bartl, Geschäftsführer des Landesverbands Bayerischer Schafhalter, beschreibt die Lage als ernst. Die Reserven für das Winterfutter seien teils nur zur Hälfte oder weniger gefüllt. Gleichzeitig werde dieses Futter schon jetzt eingesetzt, weil die Weiden nichts hergeben.

Das ist ein doppeltes Problem für die Betriebe: Die ohnehin knappen Vorräte schrumpfen weiter, und Nachkaufen ist teuer. Die Preise für Futtermittel sind stark gestiegen. Bartl betont, dass auch in den Nachbarländern wenig Regen gefallen sei. Alternativen aus dem Ausland sind damit kaum günstiger zu beschaffen.

Mehr als 260.000 Schafe in Bayern betroffen

Laut Landesamt für Statistik lebten im Herbst 2025 in Bayern mehr als 260.700 Schafe. Gezählt wurden dabei nur Betriebe mit mindestens 20 Tieren. Die tatsächliche Zahl dürfte höher liegen.

Ein Großteil dieser Tiere ist von den Folgen der Trockenheit direkt betroffen. Schafe benötigen in Hitzeperioden deutlich mehr Wasser als gewöhnlich, was die Betriebe zusätzlich belastet, sowohl logistisch als auch finanziell.

Betriebe denken über Bestandsreduzierung nach

Viele Schafhalter ziehen laut Bartl inzwischen drastische Konsequenzen. Einige denken darüber nach, Tiere zu verkaufen oder schlachten zu lassen. Ein früher Herdenabbau ist wirtschaftlich schmerzhaft: Er verringert langfristig die Produktionskapazität und damit die Einnahmen.

Wer verkauft, trifft auf einen Markt, auf dem viele Anbieter gleichzeitig aktiv sind. Das drückt die Preise. Die Erlöse decken die gestiegenen Kosten für Futter und Wasser oft nicht mehr.

Strukturelles Risiko für kleine Betriebe

Die Schafhaltung in Bayern ist traditionell kleinstrukturiert. Viele Betriebe bewirtschaften Flächen im Nebenerwerb oder in Familienstrukturen. Finanzielle Puffer fehlen oft. Eine anhaltende Dürre kann solche Betriebe schnell an ihre Grenzen bringen.

Der Landesverband Bayerischer Schafhalter hat seinen Sitz in Poing bei München. Von dort koordiniert Bartl die Interessenvertretung der Branche. Konkrete staatliche Hilfsmaßnahmen wurden bislang öffentlich nicht angekündigt.

Weidetierhaltung unter Druck

Schafe halten Deiche stabil, pflegen Magerwiesen und erhalten Kulturlandschaften. Fällt die Schafhaltung in Teilen weg, hat das auch Folgen für die Ökologie und den Tourismus in Bayern.

Für viele Betriebe ist die Weidetierhaltung Tradition und Identität. Doch sie steht unter dem Druck trockener Sommer und volatiler Märkte.

Fazit

Die Dürre des Sommers 2026 zeigt, wie verwundbar die bayerische Schafhaltung ist. Steigende Futterkosten, fehlende Weideflächen und schwindende Reserven setzen die Betriebe unter erheblichen Druck. Ohne finanzielle Unterstützung oder eine Entspannung bei der Versorgungslage droht einem Teil der über 260.000 bayerischen Schafe ein früher Abgang aus den Betrieben.

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