Agrar

Bayerns Wälder schlecht gerüstet: Naturschützer fordern Tempo

Hinweis: Das Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erzeugt.

Waldbrände im Freistaat machen die Schwäche deutlich. Bayerns Wälder sind auf den Klimawandel nicht ausreichend vorbereitet. Das erklärt der Bund Naturschutz und richtet klare Forderungen an die Politik in München und Berlin.

Naturschützer drängen auf mehr Laubholz

Der Bund Naturschutz fordert ein deutlich höheres Tempo beim Waldumbau in Bayern. Der Anteil an Laubhölzern müsse so schnell wie möglich steigen. Nadelbäume wie Fichte und Kiefer brennen leichter und vertragen Trockenheit schlechter. Naturnahe Mischwälder sind widerstandsfähiger gegen Hitze, Dürre und Feuer.

Die Organisation verlangt deutlich mehr Investitionen vom Freistaat. Bestehende Förderprogramme für den Waldumbau reichen aus Sicht der Naturschützer nicht aus. Der Klimawandel verschärfe die Lage schneller als die Politik reagiere.

Wildverbiss bremst den Umbau

Ein weiteres Problem benennt der Bund Naturschutz klar: zu hoher Wildverbiss. Junger Laubholznachwuchs wird von Rehen und Hirschen gefressen, bevor er sich etablieren kann. Der Waldumbau scheitert dadurch vielerorts nicht am Geld, sondern am Wild.

Die Naturschützer fordern deshalb eine konsequentere Jagd. Nur wenn der Wildbestand auf ein verträgliches Maß sinkt, können Laubbäume dauerhaft aufwachsen. Das sei eine Grundvoraussetzung für klimaresistente Wälder.

Aiwanger widerspricht: „Übertriebene Horrormeldungen“

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger sieht die Lage weniger dramatisch. Er bezeichnete die Einschätzungen der Naturschützer als übertriebene Horrormeldungen. Aiwanger betonte, Bayern unternehme bereits erhebliche Anstrengungen beim Waldschutz.

Naturschutzverbände und Teile der bayerischen Staatsregierung bewerten den Handlungsdruck unterschiedlich. Während die einen auf die Dringlichkeit pochen, verweist die Politik auf laufende Maßnahmen.

Mischwälder als langfristige Strategie

Unter Forstfachleuten gilt weitgehend als gesichert: Mischwälder aus Buche, Eiche, Tanne und anderen Arten sind stabiler als Monokulturen. Sie speichern mehr Wasser im Boden, bieten mehr Lebensraum für Tiere und brennen schwerer.

Der Umbau braucht jedoch Zeit. Jahrzehntelange Forstwirtschaft hat in Bayern großflächige Fichtenwälder hinterlassen, die sich nicht kurzfristig ersetzen lassen. Der Bund Naturschutz sieht deshalb jetzt Handlungsbedarf: Jedes verlorene Jahr mache den Umbau teurer und schwieriger.

Druck auf die Politik wächst

Die Forderungen des Bund Naturschutz sind konkret: mehr Geld für den Waldumbau, eine konsequentere Jagd gegen Wildverbiss, mehr Laubholz in bayerischen Forsten. Ob die Politik in München und Berlin das Tempo anzieht, ist offen.

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