Energiewirtschaft

Bayernwerk drosselt Solarstrom: Unternehmer verlieren Einnahmen

Hinweis: Das Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erzeugt.

Sonnenschein, volle Anlage, kein Ertrag: Bayerische Unternehmer mit großen Photovoltaikanlagen kennen dieses Szenario. Der Netzbetreiber Bayernwerk greift per Fernsteuerung direkt in die Anlage ein und regelt die Leistung herunter. Der Strom, der produziert werden könnte, bleibt ungenutzt. Die wirtschaftlichen Folgen für die Betreiber sind spürbar.

Direktzugriff auf den Wechselrichter

Das Bayernwerk regelt nicht am Netzanschluss, sondern direkt an den Wechselrichtern auf dem Dach. Christoph Strasser vom Solarbauunternehmen MaxSolar bestätigt das Vorgehen. Er kennt die Praxis aus vielen Projekten.

Kleine Anlagen bis 10,8 Kilowattpeak sind von dieser Maßnahme nicht betroffen. Für sie gelten andere Anschlussbedingungen. Bei größeren gewerblichen Anlagen greift der Netzbetreiber aktiv ein, wenn das Netz zu viel Strom aufnimmt.

Überlastetes Netz als Auslöser

Die Abschaltungen folgen einem technischen Grund: Das lokale Stromnetz ist überlastet. An sonnenreichen Tagen speisen viele Anlagen gleichzeitig ein. Das Netz kann den Strom nicht immer aufnehmen, weshalb der Netzbetreiber mit Abschaltungen reagiert, um Stabilität zu gewährleisten.

Das Problem wächst mit dem Ausbau der Solarenergie in Bayern. Besonders stark ist der Zubau im Unterallgäu sowie in den Landkreisen Donau-Ries und Aichach-Friedberg. Die Netzinfrastruktur hält mit diesem Tempo nicht Schritt.

Verlust ohne Ausgleich

Für Betreiber großer Anlagen ist das ein handfestes wirtschaftliches Problem. Jede Abschaltstunde bedeutet verlorene Einspeisung. Der Strom wird nicht produziert, also auch nicht vergütet. Eine Entschädigung für entgangene Erträge ist im regulären Betrieb nicht vorgesehen.

Strasser fordert mehr Transparenz. Betreiber sollen wissen, wann und warum ihre Anlage gedrosselt wird. Derzeit passiert das oft ohne direkte Vorwarnung.

Neue Regeln ab 2026

Der gesetzliche Rahmen ändert sich. Das sogenannte Solarspitzengesetz bringt neue Regeln für PV-Betreiber, unter anderem Anpassungen bei der Netzeinspeisung. Betreiber, die ihre Anlagen neu planen, müssen diese Vorgaben berücksichtigen.

Parallel läuft die Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes. Die EEG-Reform sieht eine halbierte Netzeinspeisung und niedrigere Vergütungen vor. Der Druck auf Betreiber, ihre Anlagen wirtschaftlich zu optimieren, steigt damit weiter.

Netzausbau hinkt hinterher

Die eigentliche Lösung liegt im Netzausbau. Solange die Leitungskapazitäten nicht wachsen, werden Abschaltungen nicht verschwinden. Der Ausbau der Netze dauert jedoch Jahre. Genehmigungsverfahren sind langwierig, Kosten hoch.

Batteriespeicher können kurzfristig helfen. Wer überschüssigen Strom zwischenspeichert, ist weniger auf die Netzeinspeisung angewiesen. Die Investitionskosten für Großspeicher sind allerdings erheblich. Nicht jeder Gewerbebetrieb kann das stemmen.

Fazit

Die Zwangsabschaltung von Photovoltaikanlagen ist kein Einzelfall, sondern ein strukturelles Problem der bayerischen Energiewende. Solarstrom wächst schneller als das Netz. Betreiber zahlen dafür einen wirtschaftlichen Preis. Ohne beschleunigte Investitionen in die Netzinfrastruktur wird sich daran wenig ändern.

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