Bauwirtschaft

Bezahlbarer Wohnraum in Bayern wird knapper

Weniger Sozialwohnungen, mehr Druck auf Mieter

Bayern verliert Jahr für Jahr tausende Sozialwohnungen. Der Grund: Alte Mietpreisbindungen laufen aus. Neue geförderte Wohnungen entstehen nicht schnell genug, um die Lücke zu schließen.

Besonders in Städten wie München, Nürnberg und Augsburg spitzt sich die Lage zu. Dort ist die Nachfrage nach günstigem Wohnraum am größten. Das Angebot bleibt weit dahinter zurück.

Hohe Baukosten bremsen den geförderten Wohnungsbau

Bauunternehmen und Wohnungsbaugesellschaften kämpfen seit Jahren mit gestiegenen Material- und Lohnkosten. Das verteuert jeden Neubau erheblich. Geförderter Wohnungsbau rechnet sich unter diesen Bedingungen kaum noch.

Viele Investoren weichen deshalb auf den freien Markt aus. Dort lassen sich deutlich höhere Mieten erzielen. Sozial gebundene Wohnungen entstehen so immer seltener.

Auslaufende Bindungen als strukturelles Problem

Das Kernproblem ist struktureller Natur. Wohnungen, die vor Jahrzehnten staatlich gefördert wurden, fallen nach Ablauf der Bindungsfrist aus dem Sozialwohnungsbestand heraus. Vermieter dürfen dann Marktmieten verlangen.

Dieser Effekt trifft Bayern seit Jahren mit voller Wucht. Der Freistaat fördert zwar weiterhin Neubauten, doch die Verluste übersteigen die Zuwächse deutlich.

München bleibt das Epizentrum der Wohnungsnot

In der Landeshauptstadt ist die Situation besonders angespannt. München gehört zu den teuersten Wohnungsmärkten Deutschlands. Wer kein hohes Einkommen hat, findet kaum noch bezahlbare Wohnungen.

Auch der Umlandgürtel rund um München verzeichnet stark steigende Mieten. Viele Pendler weichen in immer entferntere Regionen aus. Das belastet Infrastruktur und Verkehr zusätzlich.

Staatsregierung setzt auf Förderprogramme

Die bayerische Staatsregierung reagiert mit Förderprogrammen für den sozialen Wohnungsbau. Über die BayernHeim GmbH entstehen landeseigene Mietwohnungen zu gedämpften Preisen. Das reicht vielen Experten aber nicht aus.

Kommunen fordern mehr Mittel vom Freistaat. Außerdem verlangen viele Städte schärfere Regeln bei der Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen. Solche Umwandlungen verschärfen den Mangel zusätzlich.

Lage für einkommensschwache Haushalte wird schwieriger

Familien, Rentner und Geringverdiener trifft der Rückgang bezahlbarer Wohnungen am härtesten. Wer auf Wohngeld oder staatliche Unterstützung angewiesen ist, findet auf dem freien Markt kaum passende Angebote.

Sozialverbände warnen vor wachsender Verdrängung in Randlagen. Wer keine sozialen Netzwerke oder finanzielle Rücklagen hat, gerät schnell in Wohnungsnot.

Trendwende nicht in Sicht

Eine schnelle Entspannung ist nicht erkennbar. Solange Baukosten hoch bleiben und Bindungen weiter auslaufen, schrumpft der Bestand. Bayern braucht nach Einschätzung von Fachleuten deutlich mehr Tempo beim geförderten Wohnungsbau. Andernfalls wächst die soziale Schieflage auf dem Wohnungsmarkt weiter.

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