Borkenkäfer auf dem Rückzug: Bayern meldet deutlich weniger Schäden
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Die Wälder im Bayerischen Wald erholen sich. Die Borkenkäferschäden sind in diesem Sommer deutlich geringer als in früheren Jahren, wie Forstexperten der Bayerischen Staatsforsten berichten. Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) hat sich gemeinsam mit Vertretern der Bayerischen Staatsforsten, der staatlichen Forstverwaltung und privaten Waldbesitzern über die Lage informiert.
Schädlingsbefall halbiert sich
Die Bayerischen Staatsforsten melden, dass sich das Borkenkäferaufkommen im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahrs im Vergleich zum Vorjahreszeitraum halbiert hat. Jahrelang hatte der Schädling in den Fichtenwäldern des Freistaats massive Schäden angerichtet.
Der Borkenkäfer nistet sich bevorzugt unter der Rinde von Bäumen ein, legt dort Gänge an und unterbricht die Nährstoffversorgung. Betroffene Bäume sterben ab. In Trockenperioden sind geschwächte Fichten besonders anfällig für den Befall.
Fachleute setzen auf schnelles Eingreifen
Ein zentrales Element der Bekämpfung ist das sofortige Entrinden befallener Bäume, wodurch die Ausbreitung des Schädlings unterbrochen wird. Forstexperten setzen dafür auf spezialisierte Entrindungsmaschinen, die eine schnelle Reaktion auf neue Befallsherde ermöglichen.
Hubschrauber im Einsatz
Im Nationalpark Bayerischer Wald setzte die Nationalparkverwaltung Transporthubschrauber ein, um befallenes Holz aus schwer zugänglichen Gebieten zu bergen. Ein Schweizer Spezialunternehmen transportierte rund 3.000 Kubikmeter Holz per Helikopter aus dem Wald, um befallenes Material zu entfernen, bevor der Käfer weiterwandert.
Austausch zwischen Experten seit 2024
Bereits 2024 und 2025 hatten Forst- und Wirtschaftsexperten regelmäßige Treffen abgehalten und sich über Strategien und Lösungsansätze ausgetauscht. Die jüngste Exkursion mit der Nationalparkverwaltung war Teil dieser fortlaufenden Zusammenarbeit.
Waldumbau als langfristige Antwort
Die Bekämpfung des Borkenkäfers allein reicht nach Einschätzung von Forstexperten nicht aus. Langfristig braucht Bayern widerstandsfähigere Wälder mit weniger reinen Fichtenbeständen und mehr Mischwäldern mit Buchen, Tannen und anderen Baumarten, die gegenüber Schädlingen und Wetterextremen weniger anfällig sind.
Die Bayerischen Staatsforsten betonen, dass der Aufwand für einen gesunden Wald hoch bleibt. Der Klimawandel begünstigt Trockenperioden, trockene Sommer schwächen die Bäume und machen sie anfälliger für Schädlingsbefall.
Fazit
Der Rückgang des Borkenkäferbefalls im Bayerischen Wald zeigt, dass die koordinierten Maßnahmen von Staatsforsten, Forstverwaltung und privaten Waldbesitzern wirken. Der Umbau hin zu klimaresistenten Mischwäldern bleibt die langfristige Aufgabe.



