Agrar

Borkenkäfer auf Tiefstand: Bayerns Wälder so stabil wie seit Jahren nicht

Die Bayerischen Staatsforsten melden eine deutliche Entspannung im Kampf gegen den Borkenkäfer. Bis Ende Oktober 2025 registrierten die Förster rund 400.000 Festmeter Schadholz. Das ist der niedrigste Wert seit zehn Jahren. Vorstand Rudolf Plochmann sprach in Regensburg von einer drastischen Reduzierung gegenüber den Vorjahren.

Zahlen zeigen klare Trendwende

Die Dimension des Rückgangs ist bemerkenswert. Zwischen Juli 2025 und März 2026 registrierten die Staatsforsten rund 317.000 Festmeter Schadholz. Im gleichen Zeitraum 2023/24 waren es noch 1,6 Millionen Festmeter. Das entspricht einem Rückgang von mehr als 80 Prozent.

Die Bayerischen Staatsforsten bewirtschaften insgesamt rund 808.000 Hektar Staatswald. Auf dieser Fläche hatten Borkenkäfer in den vergangenen Jahren erhebliche Schäden verursacht. Ganze Fichtenbestände fielen den Schädlingen zum Opfer.

Die aktuelle Ausgangssituation sei besser als im gesamten zurückliegenden Jahrzehnt, teilte das Unternehmen mit. Das gilt sowohl für Borkenkäferschäden als auch für Schäden durch andere Baumarten und Schadursachen insgesamt.

Witterung als entscheidender Faktor

Kühle Nächte und feuchtere Witterungsbedingungen haben die Ausbreitung des Käfers gebremst. Borkenkäfer vermehren sich bei Wärme und Trockenheit besonders rasch. Feuchtes Wetter erschwert dagegen ihre Entwicklung unter der Baumrinde erheblich.

Fichten gelten als besonders anfällig. Geschwächte Bäume können sich gegen den Befall kaum wehren. Gesunde, gut mit Wasser versorgte Bäume bilden dagegen ausreichend Harz, um die Schädlinge abzuwehren.

Nord-Süd-Gefälle bleibt bestehen

Trotz der positiven Gesamtbilanz gibt es regionale Unterschiede. Die Staatsforsten stellten ein deutliches Nord-Süd-Gefälle fest. In Oberbayern fielen die Schäden verhältnismäßig gering aus.

Der Frankenwald bleibt dagegen einer der größten Borkenkäfer-Hotspots in Bayern. Das betrifft nicht nur den Staatsforst. Auch Privatwaldbesitzer in der Region kämpfen weiterhin mit erheblichen Schäden.

Staatsforsten bleiben in Alarmbereitschaft

Trotz der positiven Entwicklung warnen die Staatsforsten vor Nachlässigkeit. Die konsequente Aufarbeitung von Schneebruch- und Sturmschäden hat weiterhin oberste Priorität. Liegenbleibendes Holz bietet Borkenkäfern ideale Brutstätten.

Frisch gefällte oder durch Sturm beschädigte Fichten sind besonders gefährdet. Die Förster müssen solches Material schnell aus dem Wald entfernen. Nur so lässt sich eine erneute Massenvermehrung verhindern.

Die Staatsforsten setzen zudem auf den langfristigen Umbau der Wälder. Mischbestände aus verschiedenen Baumarten sind widerstandsfähiger. Reine Fichtenwälder bleiben dagegen dauerhaft anfällig.

Fazit

Die Zahlen der Bayerischen Staatsforsten sind ein klares Signal. Die jahrelange Borkenkäfer-Krise verliert an Schärfe. Günstige Witterung und konsequentes Forstmanagement zeigen Wirkung. Doch die Entwarnung gilt nicht überall. Regionen wie der Frankenwald benötigen weiterhin intensive Beobachtung und schnelles Handeln. Der Kampf gegen den Schädling ist noch nicht gewonnen.

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