Bundestag vertagt Milliardenentscheidung zum Brenner-Nordzulauf
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Der Brenner-Nordzulauf bleibt ohne Entscheidung. Der Bundestag hat das hochumstrittene Bahnprojekt überraschend von der Tagesordnung genommen. Damit verzögert sich die Abstimmung über eine der teuersten Infrastrukturmaßnahmen in der Geschichte Bayerns erneut. Die Grünen machen die CSU dafür verantwortlich.
Ein Projekt, das Bayern spaltet
Der Brenner-Nordzulauf ist die geplante Hochleistungsbahnstrecke zwischen München und Kufstein. Sie soll den deutschen Zulauf zum Brenner-Basistunnel bilden. Der Tunnel selbst soll spätestens 2034 in Betrieb gehen. Ohne leistungsfähigen Nordzulauf droht auf bayerischer Seite ein Nadelöhr.
Die Deutsche Bahn plant für den deutschen Abschnitt eine neue Trasse durch das Inntal. Weite Teile sollen unterirdisch verlaufen. Trotzdem regt sich massiver Widerstand. Besonders in den Landkreisen Rosenheim und Ebersberg ist das Projekt höchst umstritten. Anwohner fürchten erhebliche Eingriffe in Landschaft und Wohngebiete.
Überraschender Stopp im Verkehrsausschuss
Im Verkehrsausschuss des Bundestags wurde das Thema von der Tagesordnung genommen. Eine Abstimmung über die Trassenplanung der Bahn fand nicht statt. Die Entscheidung ist damit erneut vertagt.
Die Grünen werfen der CSU vor, die Verzögerung verursacht zu haben. Die CSU und die Freien Wähler hatten zuletzt mehr Tunnelstrecken gefordert. Sie wollen mehr Schutz für betroffene Gemeinden. Eine Einigung auf eine gemeinsame Linie steht aus.
Streit um Trasse und Tunnelanteil
Kern des Konflikts ist die Frage, wie viel der Strecke im Tunnel verlaufen soll. Die Bahn hat Pläne vorgelegt. Bayerische Politiker halten den Tunnelanteil für zu gering. CSU und Freie Wähler fordern Nachbesserungen. Gleichzeitig steigen die Kosten mit jedem Tunnelkilometer.
Ein Staatssekretär hatte angekündigt, das Projekt komme auf den Prüfstand. Ob die Bahn ihre bisherigen Pläne anpassen muss, ist unklar.
Zeitdruck durch den Basistunnel
Der Brenner-Basistunnel verbindet Innsbruck mit dem italienischen Franzensfeste. Das Bauwerk ist eines der größten Infrastrukturprojekte Europas. Ohne funktionierenden Nordzulauf auf deutschem Gebiet kann der Tunnel seine Kapazität nicht entfalten. Der Güter- und Personenverkehr würde auf der bestehenden Strecke stauen.
Österreich und Italien haben ihren Teil der Infrastruktur weitgehend geplant oder im Bau. Deutschland hinkt hinterher. Das erhöht den Druck auf den Bundestag.
Wann fällt die Entscheidung?
Ursprünglich sollte der Bundestag noch im ersten Halbjahr 2026 entscheiden. Dieser Termin ist verstrichen. Wann die Abstimmung nun stattfindet, ist offen. Der Verkehrsausschuss hat keinen neuen Termin genannt.
Für die betroffenen Gemeinden im Inntal bedeutet die Verzögerung weitere Ungewissheit. Planungen für Gebäude, Grundstücke und lokale Infrastruktur bleiben blockiert. Bürgermeister und Landräte in der Region fordern seit Langem Klarheit.
Milliardenentscheidung ohne Zeitplan
Der Brenner-Nordzulauf ist eine der kostspieligsten und politisch heikelsten Infrastrukturentscheidungen der Gegenwart. Der politische Konsens fehlt. CSU, Freie Wähler und Grüne streiten über Verantwortung und Trassenführung. Der Basistunnel wartet nicht. Bayern muss liefern, doch Berlin zögert.

