Unternehmen

Doblinger übernimmt 77 Prozent an Ludwig Beck am Marienplatz

Ein großer Aktienverkauf verändert die Eigentümerstruktur eines der bekanntesten Kaufhäuser Münchens. Alfons Doblinger, Immobilienunternehmer und Milliardär, übernimmt die Mehrheit an der Ludwig Beck am Rathauseck AG. Nach erfolgter Kartellfreigabe hält er künftig rund 77 Prozent am Grundkapital des Textilhauses am Marienplatz.

Ein Traditionshaus wechselt den Eigentümer

Ludwig Beck ist kein gewöhnliches Kaufhaus. Das Stammhaus am Marienplatz, direkt neben dem Münchner Rathaus, gilt seit Jahrzehnten als Institution in der bayerischen Landeshauptstadt. Touristen und Münchner schätzen das Haus gleichermaßen. Die Unternehmensgeschichte reicht weit zurück. Den entscheidenden Schritt machte einst Gustl Feldmeier: Er erwarb das heutige Stammhaus am Marienplatz und baute Ludwig Beck zu einem echten Münchner Wahrzeichen aus.

Offiziell firmiert das Unternehmen als Ludwig Beck am Rathauseck, Textilhaus Feldmeier AG. Es ist an der Börse notiert und im Textil-Einzelhandel tätig. Das Sortiment gilt als hochwertig und selektiv. Dieses Profil hat Ludwig Beck auch in schwierigen Zeiten für den stationären Handel stabil gehalten.

77 Prozent: Doblinger übernimmt die Kontrolle

Der Aktienverkauf an Alfons Doblinger ist erheblich. Mit rund 77 Prozent am Grundkapital hält er künftig eine klare Mehrheit. Das bedeutet: Doblinger kann Entscheidungen im Unternehmen maßgeblich steuern. Hauptversammlungen, Strategie, Führung, all das liegt fortan in seiner Hand.

Die Kartellbehörden haben den Vorgang bereits freigegeben. Damit ist der Weg für den Eigentümerwechsel rechtlich frei. Ludwig Beck hat den Aktienverkauf offiziell gemeldet.

Wer ist Alfons Doblinger?

Alfons Doblinger ist als Immobilienunternehmer bekannt. Sein Vermögen ordnet ihn in die Kategorie der Milliardäre ein. Mit dem Kauf von Ludwig Beck betritt er nun auch den Einzelhandelssektor. Konkrete Pläne für das Kaufhaus hat er öffentlich noch nicht kommuniziert.

Keine Unbekannte in der Münchner Eigentümerszene

Münchens Innenstadt steht immer wieder im Fokus wohlhabender Investoren. Bereits 2006 stieg die Nürnberger Kaufmannsfamilie Wöhrl bei Ludwig Beck ein. Das zeigte damals: Das Kaufhaus am Marienplatz hat eine Anziehungskraft, die über das Tagesgeschäft hinausgeht. Lage, Marke und Geschichte machen Ludwig Beck zu einem begehrten Objekt.

Die Münchner Innenstadt hat in der Vergangenheit mehrere prominente Eigentümerwechsel erlebt. Verschiedene Investoren haben sich über die Jahre Schlüsselimmobilien und Handelsstandorte rund um die Fußgängerzone gesichert. Ludwig Beck reiht sich nun in diese Entwicklung ein.

Was bedeutet das für das Kaufhaus?

Für Kunden und Mitarbeiter bleibt zunächst vieles offen. Ein Mehrheitseigentümer hat grundsätzlich die Möglichkeit, Strategie und Ausrichtung eines Unternehmens zu verändern. Ob Doblinger das Konzept von Ludwig Beck beibehält oder anpassen will, ist derzeit nicht bekannt.

Der Einzelhandel in Deutschland steht unter Druck. Der Online-Handel wächst, die Frequenzen in vielen Innenstädten sind rückläufig. Ludwig Beck hat sich bislang durch ein klar positioniertes Sortiment und eine starke Marke behauptet. Das Stammhaus am Marienplatz zieht Laufkundschaft, Touristen und treue Stammkunden an.

Börsennotierung bleibt vorerst bestehen

Ludwig Beck ist weiterhin börsennotiert. Ein Mehrheitsaktionär mit 77 Prozent kann theoretisch einen Squeeze-out, also ein Herausdrängen der Minderheitsaktionäre, anstreben. Dafür wären allerdings 95 Prozent der Anteile nötig. Bis dahin bleibt die Aktie handelbar.

Fazit

Der Einstieg von Alfons Doblinger bei Ludwig Beck ist ein bedeutender Einschnitt für ein Münchner Traditionshaus. Mit 77 Prozent am Grundkapital hält er die Zügel fest in der Hand. Wie er das Erbe am Marienplatz gestalten will, wird die nächsten Monate zeigen. Für die Münchner Innenstadt ist es ein weiterer Beleg: Erstklassige Handelslagen ziehen weiterhin großes Kapital an.

Ähnliche Artikel

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"