Logistik

Donau-Niedrigwasser legt Güterflotte lahm: Reederei weicht auf Rhein aus

Hinweis: Das Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erzeugt.

Die Donau ist zu flach für den regulären Schiffsverkehr. An der bayerischen Donau beträgt der verfügbare Tiefgang derzeit nur noch 1,20 Meter. Güterschiffe benötigen mindestens 2,50 Meter. Eine Reederei hat deshalb ihre gesamte Flotte aus dem Fluss abgezogen und auf den Rhein verlegt.

Neun Schiffe verlassen die Donau

Mit einem Tiefgang von 1,20 Metern ist ein wirtschaftlicher Betrieb von Güterfrachtern nicht möglich. Die Schiffsschrauben würden keinen ausreichenden Wasserstand mehr finden. Die betroffene Reederei verlegte deshalb alle neun ihrer Schiffe auf den Rhein, wo die Wasserführung den Betrieb noch erlaubt.

Das Niedrigwasser beschränkt sich nicht auf Bayern. Auch in Österreich und Ungarn sowie auf dem Abschnitt bis zum Schwarzen Meer sind die Pegelstände kritisch. Der Güterverkehr auf der gesamten Donauachse steht unter erheblichem Druck.

Kreuzfahrtschiffe stecken in Passau fest

In Passau liegen Kreuzfahrtschiffe fest, der Betrieb auf dieser Tourismusroute ist zum Erliegen gekommen. Bereits auf dem ungarischen Abschnitt bei Budapest hatte der Rekord-Tiefstand den Kreuzfahrtbetrieb zeitweise vollständig unterbrochen. Viele Schiffe mussten ihre Fahrt vorzeitig in Komarom beenden, weit vor dem eigentlichen Reiseziel.

Neue Minusrekorde an Donau und Isar

An Donau und Isar wurden zuletzt neue Minusrekorde bei den Pegelständen verzeichnet. Die anhaltende Trockenheit wirkt sich auf die gesamte bayerische Wasserwirtschaft aus.

Wegen des niedrigen Wasserstands stellten die Betreiber den Betrieb an sechs Landestegen am Starnberger See und am Chiemsee ein. Der Fahrgastschifffahrtsbetrieb auf diesen Seen ist damit stark eingeschränkt.

Logistik unter Druck

Die Donau ist eine wichtige Transportachse zwischen Westeuropa und dem Schwarzen Meer. Fällt sie als Route aus, müssen Frachtführer auf Straße oder Schiene ausweichen. Das erhöht die Transportkosten und belastet die ohnehin angespannten Lieferketten.

Der Rhein hat als Ausweichroute ebenfalls mit saisonalen Niedrigwasserproblemen zu kämpfen, gilt derzeit aber als deutlich besser befahrbar.

Fahrgäste haben Ansprüche bei Reiseabsagen

Für Touristen, deren Flusskreuzfahrt wegen des Niedrigwassers ausfällt oder verkürzt wird, gelten klare rechtliche Regelungen. Reisende haben bei erheblichen Abweichungen vom gebuchten Reiseprogramm Anspruch auf Preisminderung oder Schadensersatz. Im Fall einer vollständigen Stornierung durch den Veranstalter besteht grundsätzlich Anspruch auf Rückerstattung des Reisepreises.

Strukturelles Problem für die Donaulogistik

Das Niedrigwasser trifft Güterverkehr und Tourismus gleichzeitig und über nationale Grenzen hinweg. Reedereien reagieren mit Flottenverlegungen, Kreuzfahrtbetreiber mit Routenkürzungen. Für Bayern fällt damit ein wichtiger Verkehrsträger auf unbestimmte Zeit weitgehend aus. Solange kein ausreichender Regen fällt, bleibt die Donau für die Schifffahrt gesperrt.

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