Logistik

Donau-Streit: Bernreiter fordert Ausbaggern, Kritiker warnen

Hinweis: Das Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erzeugt.

Das Niedrigwasser in der Donau hat die Binnenschifffahrt in Bayern Anfang August weitgehend lahmgelegt. Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) zieht daraus eine klare Konsequenz: Das Flussbett muss tiefer ausgebaggert werden. Umweltschützer widersprechen.

Schifffahrt steht still, Minister fordert Handeln

Die Donau bei Regensburg führt seit Wochen zu wenig Wasser. Frachtschiffe können nicht mehr voll beladen fahren, viele Transporte fallen ganz aus. Für Bernreiter ist die Lage ein klares Signal. Der Minister spricht sich für einen raschen Ausbau des Abschnitts zwischen Straubing und Vilshofen aus.

Das Argument des Ministers ist wirtschaftlich. Ein Lastkahn von 110 Metern Länge ersetzt bis zu 150 Lkw-Ladungen. Wer die Binnenschifffahrt aufgibt, verlagert Güterverkehr auf die Straße. Das bedeutet mehr Lkw, mehr Kosten, mehr Emissionen.

Bernreiter sieht beim Donauausbau keine ernsthafte Alternative. Der Freistaat Bayern trägt nach Abzug der EU-Förderung ein Drittel der Baukosten. Der Minister will das Projekt beschleunigen.

Was der Ausbau bedeutet

Beim geplanten Donauausbau zwischen Straubing und Vilshofen geht es vor allem um eine gleichmäßigere Fahrrinne. Baggerarbeiten sollen die Wassertiefe auch bei Niedrigstand sichern, damit Schiffe länger und zuverlässiger fahren können.

Das Projekt ist nicht neu. Seit Jahren wird über den Abschnitt gestritten. Bisher scheiterte ein umfassender Ausbau am Widerstand von Naturschützern und an politischen Kompromissen.

Naturschützer und Grüne laufen Sturm

Kritiker warnen vor ökologischen Folgen. Tieferes Ausbaggern verändert die Strömung und das Flussbett dauerhaft. Auen, Kiesbänke und Fischlaichgebiete könnten verloren gehen. Die Donau gehört zu den artenreichsten Flusssystemen Europas.

Auch Fachleute widersprechen Bernreiter. Sie bezweifeln, dass Baggerarbeiten das grundlegende Problem lösen. Niedrigwasser entsteht durch zu wenig Niederschlag und veränderte Schneeschmelze. Dagegen helfe kein tieferes Flussbett.

Die Grünen im bayerischen Landtag lehnen den Ausbau ab. Sie fordern stattdessen Investitionen in die Schiene und ein Umdenken beim Güterverkehr. Naturschutzverbände kündigen Widerstand an, sollte das Projekt tatsächlich beschleunigt werden.

Ein Blick über die Grenze

Das Niedrigwasserproblem betrifft nicht nur Bayern. Auch Ungarn plant Eingriffe in die Donau. Die Regierung in Budapest will den Wasserstand mit baulichen Maßnahmen anheben. Hintergrund ist die Kühlung des Atomkraftwerks Paks. Ministerpräsident Peter Magyar hat entsprechende Schritte angekündigt.

Die Donau ist eine internationale Wasserstraße. Maßnahmen eines Landes wirken sich auf die Anrainer stromauf und stromab aus. Eine Koordination zwischen den Staaten ist deshalb nötig.

Ausblick

Wirtschaftliche Interessen und ökologische Schutzansprüche prallen beim Donauausbau aufeinander. Bernreiter hat eine klare Position. Die Gegenseite ist gut organisiert und argumentiert mit belegbaren Risiken. Eine schnelle politische Einigung ist nicht in Sicht. Für die bayerische Logistikwirtschaft bleibt die Donau als zuverlässige Route vorerst unsicher.

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