Handwerk

Doppelausbildung in Bayern: Feinwerkmechaniker und Kaufmann zugleich

Hinweis: Das Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erzeugt.

Vier Auszubildende in ganz Bayern: So selten ist die Kombination aus Feinwerkmechaniker und Technischem Kaufmann. Christian Ortner (21) aus Hörlkofen ist einer von ihnen. Er steht am Ende seines zweiten Ausbildungsjahres. Die Doppelausbildung dauert insgesamt dreieinhalb Jahre.

Zwei Berufe, eine Ausbildung

Die Kombination ist ungewöhnlich. Auf der einen Seite steht ein klassischer Handwerksberuf: der Feinwerkmechaniker. Auf der anderen Seite wartet der IHK-Abschluss zum Technischen Kaufmann. Ortner lernt damit sowohl an der Werkbank als auch am Schreibtisch.

Die Doppelausbildung verbindet technisches Handwerk mit kaufmännischem Wissen. Absolventen verstehen Produktionsprozesse und können betriebswirtschaftliche Zusammenhänge einordnen.

Dreieinhalb Jahre dauert der Weg bis zu beiden Abschlüssen. Das ist länger als eine klassische Einzelausbildung. Der Aufwand ist entsprechend hoch, für den Azubi wie für den Ausbildungsbetrieb.

Seltenes Ausbildungsmodell

Nur vier Auszubildende befinden sich derzeit im zweiten Lehrjahr dieser Kombination. Das zeigt, wie wenig verbreitet das Angebot in Bayern bislang ist.

Dabei fehlt es in Bayern nicht an Ausbildungsplätzen. Das Spektrum reicht vom Karosseriebaumechaniker bis zur Kauffrau im Einzelhandel. Doppelausbildungen aber sind die Ausnahme. Wenige Betriebe bieten sie an, wenige Bewerber kennen sie.

Der bayerische Ausbildungsmarkt steht ohnehin unter Druck. Die Industrie bildet weniger aus als in früheren Jahren. Die Übernahmequote in der Metall- und Elektroindustrie ist allerdings hoch: Für das laufende Jahr planen die Unternehmen, fast 90 Prozent der Azubis zu übernehmen. Bundesweit übernimmt nur jeder dritte von vier Ausbildungsbetrieben seinen Azubi.

Handwerk und Kaufmann: Ein gefragtes Profil

Betriebe suchen Fachkräfte, die beide Bereiche verstehen. Wer Maschinen bedienen und gleichzeitig Angebote kalkulieren kann, ist schwer zu ersetzen.

Für Ortner bedeutet die Ausbildung in Hörlkofen täglich wechselnde Aufgaben: handwerkliche Präzision am Vormittag, kaufmännische Planung am Nachmittag. Das Modell verlangt Disziplin und Durchhaltevermögen.

Die Seltenheit dieser Ausbildung ist kein Zeichen mangelnder Nachfrage, sondern fehlender Bekanntheit.

Fazit

Christian Ortner steht stellvertretend für ein Ausbildungsmodell, das in Bayern kaum bekannt ist. Die Doppelausbildung zum Feinwerkmechaniker und Technischen Kaufmann verbindet Handwerk mit Wirtschaft. Vier Azubis in ganz Bayern sind gemessen am Bedarf wenig.

Ähnliche Artikel

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"