Logistik

Drohnen stoppen München: 6500 Passagiere stranden am Airport

Am Flughafen München herrschte am Samstag erneut Ausnahmezustand. Zwei Piloten im Landeanflug meldeten gegen 9 Uhr dem Tower eine Drohne im Luftraum. Der Flugbetrieb wurde daraufhin sofort eingestellt. Es war bereits der zweite Vorfall innerhalb von zwei Tagen.

Zwei Tage Chaos im deutschen Luftverkehr

Der Flughafen München ist der zweitgrößte Deutschlands. Bereits am Donnerstagabend und in der Nacht zum Freitag hatten Drohnen unbekannter Herkunft den Betrieb schwer gestört. Die Folgen waren gravierend. Über 6500 Reisende verbrachten die Nacht auf Feldbetten in den Terminals. 23 Maschinen wurden auf andere Flughäfen umgeleitet. Dutzende Flüge wurden gestrichen.

Am Samstag folgte die nächste Unterbrechung. Zwei Piloten im Anflug auf München meldeten dem Tower gegen 9 Uhr eine Drohnensichtung. Der Flughafenbetreiber bestätigte den Vorfall. Start- und Landebahnen wurden gesperrt. Zahlreiche Polizeikräfte rückten an und durchsuchten das Gelände.

Polizei sucht, Betrieb läuft wieder

Die Beamten erkundeten das gesamte Flughafengelände. Sie prüften mögliche Hinweise auf den Drohnenpiloten. Eine Festnahme gab es zunächst nicht. Die Herkunft der Drohne blieb unklar.

Nach der Sperrung lief der Betrieb laut einem Flughafensprecher wieder an. Start- und Landebahnen wurden freigegeben. Für Tausende Passagiere kamen diese Informationen zu spät. Verspätungen und Stornierungen hielten noch Stunden an.

Söder fordert härtere Maßnahmen

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder reagierte mit deutlichen Worten. Der CSU-Politiker forderte mehr Handlungsspielraum für die Polizei. Drohnen müssten abgefangen und abgeschossen werden dürfen. Söder verlangte damit eine Änderung der rechtlichen Grundlagen für den Einsatz von Sicherheitskräften.

Derzeit fehlt der Polizei in Deutschland die rechtliche Grundlage, Drohnen im Luftraum aktiv zu bekämpfen. Das Abschießen ziviler Drohnen ist an Flughäfen nicht ohne Weiteres erlaubt. Genau das kritisiert Söder. Er fordert eine rasche gesetzliche Regelung auf Bundes- oder Landesebene.

Sicherheitslücke mit hohem wirtschaftlichem Schaden

Die Vorfälle in München zeigen eine strukturelle Schwachstelle. Flughäfen sind auf Meldungen von Piloten angewiesen. Eigene Abwehrmittel fehlen weitgehend. Jede Sperrung kostet Airlines, Flughafenbetreiber und Passagiere erheblich. Allein die Übernachtungskosten für über 6500 Reisende sowie die Umbuchungen und Ausfallkosten gehen in die Hunderttausende Euro.

Für die Logistikbranche sind solche Vorfälle besonders schmerzhaft. Fracht, Expresssendungen und zeitkritische Güter kommen nicht pünktlich ans Ziel. München ist ein wichtiger Knotenpunkt im europäischen Frachtverkehr.

Fazit: Handlungsbedarf ist unübersehbar

Zwei Drohnenvorfälle in zwei Tagen am Flughafen München sind kein Zufall mehr, sondern ein Warnsignal. Die Sicherheitsbehörden stoßen mit den aktuellen Mitteln an ihre Grenzen. Söders Forderung nach Abwehrmöglichkeiten trifft den Kern des Problems. Ohne klare gesetzliche Regelungen und technische Gegenmittel bleibt jeder Großflughafen verwundbar. Der wirtschaftliche Schaden wächst mit jedem weiteren Vorfall.

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