Dürre bedroht Bayerns Almwirtschaft: Wasserversorgung in Gefahr
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Die Wasserversorgung auf Bayerns Almen steht unter Druck. Bei der jährlichen Almbegehung oberhalb von Lenggries schilderten Bergbauern ihre Lage: Anhaltende Dürreperioden gefährden die Grundlage der Almwirtschaft. Ohne ausreichend Wasser ist eine Bewirtschaftung der Höhenlagen nicht möglich.
Trockene Sommer als wachsendes Problem
Ohne funktionierende Quellen und Tränken kann kein Vieh auf der Weide gehalten werden. Genau diese Versorgung wird nach Einschätzung der Almbauern von Sommer zu Sommer schwieriger.
Lange Dürreperioden lassen Quellen versiegen. Bäche führen weniger Wasser. Die Böden trocknen aus, bevor das Vieh ausreichend Gras findet. Was früher eine Ausnahme war, wird für viele Betriebe zur wiederkehrenden Belastung.
Der Klimawandel trifft die Almwirtschaft an einer besonders empfindlichen Stelle. Die Bergregionen sind abhängig von Niederschlägen und Schneeschmelze. Beides verändert sich messbar.
Almbegehung bei Lenggries
Bei der Almbegehung im Raum Lenggries machten die Bauern ihre Sorgen deutlich. Die Veranstaltung bringt jährlich Landwirte, Behördenvertreter und Fachleute zusammen. In diesem Jahr standen Dürre und Wasserversorgung im Mittelpunkt der Diskussion.
Die Almbauern berichteten von ausgetrockneten Quellen und sinkenden Pegelständen in den Bächen. Einige Betriebe mussten Wasser aufwendig zuleiten oder auf Tanklösungen zurückgreifen. Das kostet Zeit und Geld.
Ähnliche Probleme zeigen sich in anderen Alpenregionen. Im österreichischen Oberösterreich etwa bewirtschaften Landwirte rund 400 Almen. Auch dort berichten Almverantwortliche, dass der Klimawandel auf den Höhenlagen spürbar ist.
Wasser als Grundlage der Weidewirtschaft
Rinder, Schafe und Ziegen benötigen täglich erhebliche Mengen Trinkwasser. Dazu kommt der Wasserbedarf für Stallungen, Sennereien und die tägliche Arbeit der Almbauern.
Traditionell versorgen natürliche Quellen und Gebirgsbäche die Almen. Dieses System funktioniert nur, wenn ausreichend Niederschlag fällt und der Schnee langsam schmilzt. Kurze, intensive Regenfälle ersetzen nicht die fehlende Grundfeuchtigkeit.
Investitionen in neue Wasserleitungen und Speicheranlagen können helfen. Doch solche Maßnahmen sind kostspielig. Viele Bergbauernbetriebe sind finanziell eng aufgestellt. Ohne Förderung sind größere Infrastrukturprojekte kaum zu stemmen.
Zusätzliche Belastung durch den Wolf
Neben der Wasserproblematik beschäftigt die Almbauern ein weiteres Thema: der Wolf. Auch bei der Almbegehung bei Lenggries kam die Rückkehr des Raubtiers zur Sprache.
Wolfsrisse belasten die Betriebe wirtschaftlich und emotional. Der Schutz der Herden erfordert zusätzliche Zäune und mehr Aufwand bei der Betreuung. In manchen Regionen Bayerns haben Wölfe bereits Schafe und Kälber gerissen.
Für die Almbauern häufen sich die Belastungen. Dürre, Wasserknappheit und Wolfsdruck treffen gleichzeitig auf ohnehin strukturschwache Betriebe in schwierigem Gelände.
Almwirtschaft braucht politische Unterstützung
Die Kombination aus Klimadruck und Raubtierrückkehr fordert politische Antworten. Konkret geht es um Wasserversorgung, Förderung und Herdenschutz.
Die Almbegehung bei Lenggries hat gezeigt: Die Bauern sind bereit, ihre Betriebe anzupassen. Doch ohne verlässliche Unterstützung durch Freistaat und Bund werden viele Almen langfristig nicht zu halten sein.



