E10 auf Allzeithoch: Spritpreise treffen Autofahrer hart
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Super E10 kostet so viel wie nie zuvor. Laut ADAC hat der Kraftstoff ein historisches Allzeithoch erreicht. Diesel kletterte zuletzt auf bis zu 2,55 Euro je Liter. Der Preisdruck trifft Millionen Autofahrer in Bayern und ganz Deutschland.
Rekordpreise an deutschen Tankstellen
Die Preise für Super E10 haben laut ADAC ein neues Allzeithoch erreicht. Diesel kostete an einzelnen Tankstellen bis zu 2,55 Euro pro Liter. Super E10 wurde zuletzt für bis zu 2,39 Euro je Liter angeboten. Beide Kraftstoffe liegen damit auf oder nahe historischen Höchstständen.
Mehrere Faktoren treiben diese Entwicklung gleichzeitig an. Die Eskalation im Nahen Osten belastet den Rohölmarkt erheblich. Huthi-Angriffe auf Schiffe im Roten Meer stören wichtige Lieferrouten. Beides schlägt sich direkt im Ölpreis nieder.
Pipeline-Vorfall verschärft Lage in Nürnberg
In Nürnberg kam ein weiterer lokaler Faktor hinzu. Nach einem Angriff auf eine Pipeline stiegen die Dieselpreise in der Region auf bis zu 2,42 Euro. Autofahrer dort rechneten bereits mit einem weiteren Preissprung am Mittag. Der Vorfall zeigt, wie anfällig die regionale Versorgung auf Störungen reagiert.
Bayern günstiger als der Norden
Trotz der allgemein hohen Preise gibt es deutliche regionale Unterschiede. Laut dem Portal Tankerkönig ist Sprit in Süddeutschland, besonders in Bayern, merklich günstiger als im Norden und Osten Deutschlands. An einzelnen Tankstellen derselben Marke lagen die Preise in Bayern bis zu 18 Cent unter denen in Brandenburg und Berlin.
Als Ursachen werden unterschiedliche Logistikkosten, Wettbewerbsdichte und regionale Steuerstrukturen genannt. Für Pendler und Berufskraftfahrer bleibt der Preisunterschied dennoch spürbar, denn auch bayerische Preise liegen historisch hoch.
Politischer Druck steigt
Die Preise heizen die politische Debatte an. Aus Bayern werden Forderungen nach staatlichen Gegenmaßnahmen lauter. Im Gespräch ist ein gesetzlicher Spritpreisdeckel. Kritiker werfen Mineralölkonzernen vor, Krisen als Vorwand für überhöhte Margen zu nutzen.
Das Bundeskartellamt steht dabei erneut in der Kritik. Verbraucher und Verbände bezweifeln, dass die Behörde wirksam gegen Preisabsprachen vorgehen kann. Der Vorwurf lautet: Der Rohölpreis erkläre das Preisniveau an deutschen Zapfsäulen nicht vollständig.
Staatliche Abgaben als Teil des Problems
Ein erheblicher Teil des Spritpreises entfällt auf Steuern und Abgaben. Energiesteuer und Mehrwertsteuer machen zusammen mehr als die Hälfte des Endpreises aus. Steigen die Rohstoffpreise, nimmt der Staat automatisch mehr ein. Das macht Entlastungsmaßnahmen politisch schwierig, weil sie den Haushalt direkt belasten würden.
Entlastung nicht in Sicht
Die Lage am Ölmarkt bleibt angespannt. Solange der Konflikt im Nahen Osten anhält und Schifffahrtsrouten blockiert sind, fehlt ein klarer Preisdämpfer. Bayern hat zwar einen regionalen Kostenvorteil. Doch auch hier zahlen Autofahrer so viel wie selten zuvor. Ob politische Maßnahmen kommen und wie schnell sie wirken könnten, ist derzeit offen.



