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Evosoft-Aus: Siemens streicht 377 Stellen in Nürnberg

Siemens zieht die Reißleine bei seiner Software-Tochter Evosoft. Der Münchner Technologiekonzern stellt den Betrieb der Nürnberger Tochterfirma in Deutschland schrittweise ein. Bis Ende 2027 fallen 377 Arbeitsplätze weg. Der Hauptstandort Nürnberg trägt die Hauptlast: Rund 320 der betroffenen Beschäftigten arbeiten dort.

Neue Auftragsvergabe trifft Evosoft direkt

Der Auslöser der Schließung liegt im Mutterkonzern selbst. Siemens hat seine interne Regelung zur Vergabe von Aufträgen geändert. Diese neue Regelung entzieht Evosoft die Grundlage des Geschäftsmodells. Ohne die Aufträge aus dem Konzern kann die Tochtergesellschaft ihren Betrieb nicht aufrechterhalten.

Evosoft agierte bislang als Software-Dienstleister für Siemens. Das Unternehmen entwickelte und pflegte Software-Lösungen im Auftrag des Mutterkonzerns. Mit der veränderten Vergabestrategie übernimmt Siemens diese Tätigkeiten nun anderweitig oder lagert sie ins Ausland aus.

Schrittweise Abwicklung bis Ende 2027

Die Schließung erfolgt nicht von heute auf morgen. Evosoft stellt den Betrieb in Deutschland schrittweise ein. Der Zeitplan sieht eine vollständige Einstellung der Geschäftstätigkeit bis Ende 2027 vor. Den betroffenen Mitarbeitern bleibt damit noch etwas Zeit. Dennoch steht für fast 380 Menschen die berufliche Zukunft auf dem Spiel.

Nürnberg besonders hart getroffen

Der Standort Nürnberg ist das Herzstück von Evosoft in Deutschland. Rund 320 der insgesamt 377 betroffenen Stellen hängen dort. Für die Metropolregion Nürnberg ist das ein spürbarer Verlust. Die Stadt gilt als einer der wichtigen IT-Standorte in Bayern. Der Wegfall eines ganzen Unternehmens hinterlässt eine Lücke auf dem regionalen Arbeitsmarkt.

Bayerns Technologiestandort unter Druck

Der Fall Evosoft reiht sich in eine schwierigere Phase für den Wirtschaftsstandort Bayern ein. Mehrere Unternehmen haben zuletzt Stellen abgebaut oder Standorte verkleinert. Besonders der Technologie- und IT-Sektor spürt den Kostendruck. Konzerne lagern Tätigkeiten verstärkt in Länder mit niedrigeren Lohnkosten aus.

Siemens selbst steht seit Längerem unter dem Druck, die eigene Kostenstruktur zu optimieren. Der Konzern hat in den vergangenen Jahren mehrere Umstrukturierungen durchgeführt. Die Entscheidung zu Evosoft passt in dieses Muster. Wo interne Dienstleister teurer sind als externe Lösungen, wird umgebaut.

Betroffene Mitarbeiter und Betriebsrat

Für die betroffenen Beschäftigten beginnt jetzt eine Phase der Unsicherheit. Viele von ihnen sind Softwareentwickler und IT-Fachkräfte. Auf dem deutschen Arbeitsmarkt sind solche Profile grundsätzlich gefragt. Dennoch bedeutet der Verlust eines festen Arbeitgebers immer eine Zäsur.

Wie die Verhandlungen zwischen Betriebsrat und Unternehmensleitung verlaufen, ist derzeit nicht abschließend bekannt. In solchen Fällen sind Sozialpläne und Abfindungsregelungen üblich. Ob und in welchem Umfang Evosoft hier Angebote macht, bleibt offen.

Fazit: Ein Signal mit Symbolkraft

Die Schließung von Evosoft ist mehr als eine betriebswirtschaftliche Entscheidung. Sie zeigt, wie schnell konzernstrategische Weichenstellungen ganze Standorte treffen können. Nürnberg verliert einen etablierten IT-Arbeitgeber. Bayern verliert fast 380 Fachkraftstellen. Und Siemens sendet ein klares Signal: Interne Strukturen werden konsequent auf den Prüfstand gestellt, auch wenn es Tochterunternehmen mit langer Geschichte trifft.

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