
Freistaat führt Spritpreis-Ranking an – Behörde unter Druck
Bayern liegt beim Spritpreis bundesweit an der Spitze. Das zeigen aktuelle Daten des Portals Tankerkönig vom 5. August 2026. Bei Super E5 führt der Freistaat das Ranking allein an. Bei Diesel teilt er sich den ersten Platz mit dem Saarland. Bei E10 liegt Bayern gemeinsam mit Berlin vorn.
11 Cent Unterschied zwischen Bayern und Bremen
Die regionalen Preisunterschiede sind erheblich. Autofahrer zahlen in Bayern für einen Liter Super E10 im Schnitt 1,205 Euro. In Bremen kostet derselbe Liter 1,318 Euro. Der Unterschied beträgt 11,3 Cent pro Liter. Wer häufig tankt, merkt das am Monatsende deutlich.
Die Spritpreise schwanken je nach Bundesland stark. Im bundesweiten Tagesschnitt zeigt sich ein anderes Bild. Der Benzinpreis blieb zuletzt vergleichsweise stabil, starke Schwankungen gab es nicht.
Kartellamt ringt mit Mineralölkonzernen um Daten
Parallel dazu läuft ein Behördenstreit in Bonn. Das Bundeskartellamt prüft die Preisgestaltung der Raffinerien. Die Behörde fordert von den Mineralölkonzernen Daten zur Preisbildung. Die Konzerne leisten offenbar Widerstand.
Transparenz als Ziel der Untersuchung
Das Kartellamt will verstehen, wie die Raffinerien ihre Preise kalkulieren. Ziel ist es, mögliche wettbewerbswidrige Absprachen aufzudecken. Die Behörde hat bereits mehrfach den Kraftstoffmarkt untersucht. Konkrete Ergebnisse der laufenden Prüfung liegen noch nicht vor.
Mehr Transparenz bei der Preisbildung kann langfristig zu faireren Preisen führen. Der Kraftstoffmarkt gilt seit Jahren als wenig wettbewerbsintensiv. Wenige große Anbieter dominieren das Geschäft.
Warum ist Bayern so günstig?
Einen einfachen Grund für die günstigen Preise im Freistaat gibt es nicht. Bayern hat eine dichte Tankstelleninfrastruktur, der Wettbewerb unter den Anbietern ist vergleichsweise hoch. Dazu profitiert der Freistaat von seiner geografischen Lage: Transporte aus Raffinerien in Süddeutschland und Österreich halten die Logistikkosten niedrig.
Stadtstaaten zahlen am meisten
Teurer ist Sprit in Stadtstaaten wie Bremen und Hamburg. Dort ist die Dichte an Tankstellen geringer, Flächenwettbewerb fehlt. Autofahrer haben weniger Ausweichmöglichkeiten.
Fazit
Bayern hat derzeit die günstigsten Spritpreise in Deutschland. Der Preisunterschied zum teuersten Bundesland ist spürbar. Der Streit zwischen Kartellamt und Mineralölkonzernen zeigt, dass die Preisbildung im Kraftstoffmarkt rechtlich und politisch umstritten bleibt. Ob die Untersuchung zu konkreten Konsequenzen führt, ist offen.
