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Freistaat verkauft 750 Jahre altes Gemäuer in Münchens Altstadt

Ein Riss zieht sich durch die Fassade, die Fenster sind leer. Das Zerwirkgewölbe in der Ledererstraße 3 in München-Altstadt steht seit mindestens vier Jahren leer. Der Freistaat Bayern will das Gebäude nun verkaufen. Es ist eines der ältesten Bauwerke der Stadt.

Ein Gebäude aus dem 13. Jahrhundert

Das Zerwirkgewölbe stammt vom Ende des 13. Jahrhunderts. Es liegt im Graggenauer Viertel in der Münchner Altstadt. Das Gebäude ist damit mehr als 750 Jahre alt und gilt als eines der ältesten erhaltenen Bauwerke der bayerischen Landeshauptstadt.

Der Name verweist auf eine alte Handwerkstradition. Zerwirker waren Fleischer, die erlegtes Wild zerlegten. Das Gebäude war einst ein Gewölbe für dieses Handwerk. Heute steht es unter Denkmalschutz.

Freistaat sieht keinen eigenen Bedarf mehr

Eigentümer ist der Freistaat Bayern. Das Staatliche Bauamt hat den Verkauf bestätigt. Die offizielle Begründung: Das Grundstück wird nicht mehr zur Erfüllung staatlicher Aufgaben benötigt und soll deshalb veräußert werden.

Gespräche mit potenziellen Erwerbern laufen bereits. Konkrete Namen sind nicht öffentlich bekannt. Der Freistaat hat sich dazu bisher nicht detailliert geäußert.

Schlechter Zustand nach Jahren des Leerstands

Das Gebäude zeigt deutliche Spuren der Vernachlässigung. Risse durchziehen die Fassade, der jahrelange Leerstand hat seinen Preis gefordert. Eine umfassende Sanierung wird nötig sein.

Kritiker werfen dem Freistaat vor, das Gebäude verkommen zu lassen. Der Denkmalschutz schränkt mögliche Nutzungen stark ein und treibt die Sanierungskosten in die Höhe. Wer das Gebäude kauft, übernimmt damit eine kostspielige Aufgabe.

Denkmalschutz als Herausforderung für Investoren

Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege muss jede bauliche Veränderung genehmigen. Das schränkt die wirtschaftliche Nutzbarkeit erheblich ein. Für private Investoren ist das Objekt damit ein komplexes Vorhaben.

Wie viel eine vollständige Sanierung des Zerwirkgewölbes kosten würde, ist nicht bekannt. Genaue Zahlen liegen nicht vor. Der Kaufpreis wird wesentlich davon abhängen, welche Nutzung die Behörden genehmigen.

Protest aus der Zivilgesellschaft

Der geplante Verkauf stößt auf Widerstand. Bürgerinnen und Bürger sowie Stadtschützer haben Protest angekündigt. Sie fordern eine öffentliche Nutzung des historischen Gebäudes. Eine Privatisierung sei dem Baudenkmal nicht angemessen, so die Kritiker.

Die Debatte ist nicht neu. Seit Jahren ist bekannt, dass der Freistaat das Grundstück abgeben will. Der konkrete Schritt hin zu Verkaufsgesprächen hat die Diskussion neu entfacht.

Geschichte zum Verkauf

Der Freistaat Bayern trennt sich von einem Stück Stadtgeschichte. Der Käufer übernimmt Verantwortung für ein Baudenkmal von stadtgeschichtlicher Bedeutung. Wie das Gebäude künftig genutzt wird, entscheidet sich in den kommenden Verhandlungen.

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