Galeria Rotkreuzplatz: Politik kämpft gegen Abriss und Schließung
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120 Arbeitsplätze, ein Stadtviertel ohne sein Kaufhaus und ein Eigentümer mit konkreten Neubauplänen: Die Galeria-Filiale am Münchner Rotkreuzplatz steht vor dem Aus. Die Stadt München und mehrere bayerische Oberbürgermeister haben reagiert und sich mit einem Positionspapier an die Staatsregierung gewandt.
Abriss statt Kaufhaus: Die Pläne des Eigentümers
Der Eigentümer des Gebäudes am Rotkreuzplatz hat klare Pläne vorgelegt. Vorgesehen sind Büros, ein Hotel, Einzelhandel und 78 Mietwohnungen. Für Galeria ist in diesem Konzept wenig Platz. Ob das Kaufhaus überhaupt Teil des Neubaus wird, ist offen.
Damit kommt zum Mietstreit ein weiteres Problem hinzu. Der Eigentümer will das bestehende Gebäude abreißen. Galeria hätte damit auch bei einem einvernehmlichen Mietvertrag keine gesicherte Zukunft an diesem Standort.
Oberbürgermeister schreiben an die Staatsregierung
Die Oberbürgermeister von München, Aschaffenburg, Würzburg, Bayreuth und Memmingen haben gemeinsam reagiert. In einem Positionspapier fordern sie die bayerische Staatsregierung auf, die Interessen der bedrohten Galeria-Standorte zu vertreten.
Die Münchner SPD setzt sich ebenfalls für den Erhalt der Filiale ein. Sie sieht den Standort als wichtigen Versorgungspunkt für den Stadtbezirk Neuhausen. Lokalpolitiker aus dem Viertel unterstützen diesen Kurs.
Demo am Rotkreuzplatz: Mitarbeiter gehen auf die Straße
Auch Mitarbeiter der Filiale haben öffentlich demonstriert. Am Rotkreuzplatz fand eine Kundgebung statt. Rund 120 Beschäftigte bangen um ihre Stellen.
Die Mitarbeiter erfuhren von den Schließungsplänen früh. Eine interne Mail erreichte die Belegschaft der Münchner Standorte vor den ersten Medienberichten, was die Unsicherheit unter den Beschäftigten verstärkte.
Galeria bundesweit unter Druck
Der Fall am Rotkreuzplatz ist kein Einzelfall. Bundesweit betreibt Galeria derzeit 83 Warenhäuser, 33 davon standen zuletzt auf dem Prüfstand. Das Unternehmen hat in den vergangenen Jahren mehrere Insolvenzverfahren durchlaufen.
Der Münchner Rotkreuzplatz war der einzige verbliebene Münchner Standort auf der Schließungsliste. Die anderen Filialen in der Stadt, darunter am Marienplatz, im OEZ und in Schwabing, standen separat zur Debatte.
Das Warenhausmodell verliert deutschlandweit an Boden. Hohe Mieten in Innenstadtlagen, der Wettbewerb durch den Onlinehandel und veränderte Einkaufsgewohnheiten machen klassischen Kaufhäusern zu schaffen.
Offener Ausgang
Die Lage am Rotkreuzplatz bleibt ungelöst. Eigentümerinteressen, Mietfragen und politischer Druck treffen aufeinander. Die Staatsregierung ist gefordert, Stellung zu beziehen. Für 120 Beschäftigte hängt an dieser Entscheidung ihre berufliche Zukunft.



