Galeria zahlt Miete nicht: Vermieter in sieben Städten alarmiert
Galeria steckt offenbar wieder in ernsthaften finanziellen Schwierigkeiten. Mehrere Vermieter der Warenhauskette berichten, dass die April-Mieten nicht oder nicht vollständig eingegangen sind. Betroffen sind Filialen in sieben Städten, darunter München, Berlin und Köln. Erst im Sommer 2024 hatte Galeria seine dritte Insolvenz abgeschlossen und einen Neustart angekündigt.
Mietrückstände in sieben Städten
Die Liste der betroffenen Standorte ist lang. Vermieter in München am Rotkreuzplatz, in Berlin am Kurfürstendamm und am Hermannplatz sowie in Köln an der Hohen Straße und der Breiten Straße melden Probleme. Auch Filialen in Mannheim, Braunschweig und Aschaffenburg sind betroffen.
In einigen Fällen soll Galeria sogar um eine Stundung der Mietzahlungen gebeten haben. Das berichten mehrere mit der Situation vertraute Parteien übereinstimmend. Mindestens ein weiteres Unternehmen bestätigte, dass die April-Miete bislang nicht pünktlich und vollständig eingegangen sei.
Anfragen an Galeria blieben unbeantwortet. Das Unternehmen äußert sich nicht zu den Vorwürfen. Teilweise sollen Vermieter niemanden bei der Kette erreicht haben.
Creditreform warnt vor Krediten
Die Wirtschaftsauskunftei Creditreform hat die Lage bereits bewertet. Sie rät Geschäftspartnern derzeit von Krediten an Galeria ab. Das ist ein deutliches Warnsignal für die Branche.
Hinter Galeria steht der US-Investor Richard Baker. Er hatte die Warenhauskette nach der letzten Insolvenz übernommen und einen Neuanfang versprochen. Nun gerät sein Sanierungskonzept unter Druck.
Dritte Insolvenz liegt keine zwölf Monate zurück
Galeria durchlief in den vergangenen Jahren mehrere Krisen. Die dritte Insolvenz wurde erst im Sommer 2024 abgeschlossen. Der Neustart sollte das Unternehmen auf stabilere Beine stellen. Die aktuellen Berichte über Mietrückstände werfen nun die Frage auf, ob das gelungen ist.
Für die betroffenen Innenstädte hätte ein erneuter Kollaps erhebliche Folgen. Galeria-Häuser belegen oft große Flächen in zentralen Lagen. Ein Leerstand wäre für viele Städte ein Problem. Das gilt besonders für München, wo die Filiale am Rotkreuzplatz ein wichtiger Ankerpunkt im Stadtteilzentrum ist.
Bayern direkt betroffen
Für Bayern ist die Situation brisant. Die Münchner Filiale am Rotkreuzplatz gehört laut Berichten zu den Standorten, bei denen die April-Miete nicht vollständig eingegangen ist. Auch Aschaffenburg ist betroffen. Beide Standorte hatten die Insolvenzverfahren überstanden und galten als Teil des neuen, verschlankten Filialnetzes.
Die Immobilieneigentümer stehen nun vor einer ungewissen Situation. Sie müssen abwägen, ob sie rechtliche Schritte einleiten oder zunächst auf eine Einigung warten. Beide Optionen bergen Risiken.
Fazit: Strukturelle Probleme nicht gelöst
Die Mietrückstände bei Galeria sind kein Einzelfall. Sie treffen gleich mehrere Standorte gleichzeitig. Das deutet auf strukturelle finanzielle Probleme hin, nicht auf kurzfristige Liquiditätsengpässe. Creditreform schlägt Alarm. Galeria schweigt. Vermieter warten. Das Bild, das sich ergibt, ist beunruhigend. Ob der Neustart nach der dritten Insolvenz wirklich gelingt, ist offener denn je.