Energiewirtschaft

Gasspeicher zu leer: Bayern drängt Berlin zum Eingreifen

Hinweis: Das Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erzeugt.

Bundesweit fehlen rund 50 Terawattstunden Gas, um das angestrebte Speicherziel von 70 Prozent bis zum 1. November zu erreichen. Die Füllstände sind kritisch niedrig. Gashändler zögern beim Einkauf, weil die Preise hoch sind. Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) hat den Bund in scharfen Worten zum Handeln aufgefordert.

Speicherziel in Gefahr

Das Bundeswirtschaftsministerium und die Bundesnetzagentur appellieren bereits an die Gashändler, die Speicher zu füllen. Doch Appelle allein reichen offenbar nicht aus. Die Händler scheuen teure Einkäufe auf dem Spotmarkt, die Reserven bleiben auf einem niedrigen Niveau.

Das Novemberziel von durchschnittlich 70 Prozent gilt als Mindestvoraussetzung für eine stabile Gasversorgung im Winter. Ohne ausreichende Reserven drohen Engpässe, vor allem in der kälteren Jahreszeit. Bayern ist als Industriestandort besonders auf eine gesicherte Gasversorgung angewiesen.

Aiwanger: Klare Worte aus München

Aiwanger fordert, dass die Einspeicherung deutlich an Fahrt aufnehmen muss. Eine Versorgungslücke dürfe nicht sehenden Auges in Kauf genommen werden. Seinen Druck richtet der Freie-Wähler-Politiker direkt an die Bundesregierung in Berlin.

Auch Ministerpräsident Markus Söder hat sich zu Wort gemeldet. Die Bayerische Staatsregierung fordert einen sogenannten Gasgipfel, um auf Bundesebene koordiniert zu handeln. Söder und Aiwanger sind sich einig: Die Zeit für zögerliche Maßnahmen ist vorbei.

Forderungen an den Bund

Aiwanger verlangt unter anderem einen finanziellen Ausgleich für Unternehmen. Betriebe, die auf vergleichsweise günstigeres Gas verzichten und stattdessen teureres Öl einsetzen, sollen entschädigt werden. Damit soll Gas in den Speichern gehalten werden, statt es sofort zu verbrauchen.

Der bayerische Wirtschaftsminister fordert rasche Entscheidungen für neue Gaskraftwerke. Ohne zusätzliche gesicherte Leistung sei Bayerns Versorgungssicherheit langfristig nicht gewährleistet. Diese Forderung hatte Aiwanger bereits auf der Energieministerkonferenz platziert.

Berlin unter Druck

Das Bundeswirtschaftsministerium hat die Dringlichkeit erkannt und appelliert an die Marktakteure, ihrer Verantwortung nachzukommen. Ob freiwillige Appelle ausreichen, ist jedoch fraglich. Bayern plädiert für stärkere staatliche Eingriffe und klare Vorgaben.

Die Bundesnetzagentur beobachtet die Lage. Sie hat Instrumente, um im Notfall einzugreifen, hat davon bislang aber keinen Gebrauch gemacht. Der Druck aus den Bundesländern, allen voran aus Bayern, wächst.

Fazit

Deutschland liegt beim Befüllen der Gasspeicher deutlich hinter dem Zeitplan. Rund 50 Terawattstunden fehlen noch bis zum Novemberziel. Bayern drängt Berlin, die Einspeicherung zu beschleunigen und notfalls regulierend einzugreifen. Die Heizperiode rückt näher.

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