
Gewürz-Start-ups wie Just Spices und Ankerkraut verzeichnen Verluste von über 60 Millionen Euro und stehen vor Herausforderungen. ([fr.de](https://www.fr.de/wirtschaft/mehr-als-60-millionen-euro-verluste-just-spices-in-der-krise-zr-94176998.html?utm_source=openai))
In den letzten Jahren haben Gewürz-Start-ups wie Just Spices und Ankerkraut die Lebensmittelbranche revolutioniert und sich als innovative Akteure etabliert. Mit kreativen Gewürzmischungen und modernen Marketingstrategien konnten sie eine breite Kundschaft gewinnen und die Aufmerksamkeit großer Lebensmittelkonzerne auf sich ziehen. Doch trotz dieses Erfolges stehen diese Unternehmen nun vor erheblichen finanziellen Herausforderungen. Aktuelle Berichte zeigen, dass Just Spices im Jahr 2024 einen Verlust von über 13 Millionen Euro verzeichnete, was zu einem kumulierten Verlust von fast 62 Millionen Euro führte. Auch Ankerkraut kämpft mit finanziellen Einbußen und musste geplante Investitionen zurückstellen. Diese Entwicklung wirft Fragen zur Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells und den zukünftigen Perspektiven der Gewürz-Start-ups auf.
Die Erfolgsgeschichte der Gewürz-Start-ups
Innovative Geschäftsmodelle und rasantes Wachstum
Just Spices wurde 2014 in Düsseldorf gegründet und zeichnete sich durch ein innovatives Geschäftsmodell aus. Mit über 170 Produkten, darunter Gewürzmischungen, Salatdressings und Bio-Produkte, bediente das Unternehmen verschiedene Essensanlässe und Geschmacksrichtungen. Bis 2021 erzielte Just Spices einen Jahresumsatz von rund 60 Millionen Euro und konnte etwa 70 Prozent seiner Produkte direkt an die Konsumenten verkaufen.
Ankerkraut, 2013 von Stefan und Anne Lemcke gegründet, verfolgte einen ähnlichen Ansatz und kombinierte Online- und stationären Handel. Das Unternehmen expandierte erfolgreich in mehrere europäische Länder und konnte sich als bedeutender Akteur im Gewürzmarkt etablieren.
Übernahmen durch Großkonzerne
Der Erfolg der Start-ups blieb auch den großen Lebensmittelkonzernen nicht verborgen. Im Dezember 2021 übernahm Kraft Heinz 85 Prozent der Anteile an Just Spices, während die Gründer die verbleibenden 15 Prozent behielten und das Unternehmen weiterhin führten. Im April 2022 erwarb Nestlé die Mehrheit an Ankerkraut, wobei die Gründer ebenfalls als Anteilseigner und Markenbotschafter blieben.
Aktuelle Herausforderungen und finanzielle Rückschläge
Finanzielle Verluste und Auswirkungen auf die Muttergesellschaften
Trotz der Übernahmen und des bisherigen Erfolgs stehen sowohl Just Spices als auch Ankerkraut vor erheblichen finanziellen Herausforderungen. Just Spices verzeichnete im Jahr 2024 einen Verlust von über 13 Millionen Euro, was zu einem kumulierten Verlust von fast 62 Millionen Euro führte. Für Kraft Heinz stellt dies ein Verlustgeschäft dar, da der US-Konzern 250 Millionen Euro für die Übernahme zahlte. Auch Ankerkraut schrieb in den Jahren 2022 und 2023 Verluste und musste geplante Investitionen, wie den Neubau zur Verdreifachung der Produktionskapazitäten, einstellen.
Marktveränderungen und Wettbewerbsdruck
Die Herausforderungen für die Gewürz-Start-ups sind vielfältig. Während der Corona-Pandemie konnten sie von einem florierenden Onlinehandel und dem Trend zum Kochen zu Hause profitieren. Jedoch haben Discounter wie Aldi das Konzept der Gewürzmischungen in bunten Dosen übernommen und bieten diese zu niedrigeren Preisen an, was den Wettbewerb verschärft. Zudem haben sich die Preise für Rohstoffe wie Pfeffer aufgrund des Klimawandels und geopolitischer Krisen verdoppelt, was die Produktionskosten erhöht und kleinere Hersteller vor Herausforderungen stellt.
Strategische Anpassungen und Sortimentserweiterungen
Um den finanziellen Herausforderungen zu begegnen, haben sowohl Just Spices als auch Ankerkraut ihr Sortiment angepasst. Beide Unternehmen haben ihr Produktportfolio reduziert, um sich auf profitablere Produkte zu konzentrieren und die Produktionskosten zu senken. Diese strategischen Anpassungen sollen helfen, die Rentabilität zu steigern und den finanziellen Druck zu mindern.
Fazit
Die Erfolgsgeschichte der Gewürz-Start-ups Just Spices und Ankerkraut zeigt, wie innovative Geschäftsmodelle und kreative Produkte den Markt aufmischen können. Dennoch stehen diese Unternehmen vor erheblichen finanziellen Herausforderungen, die durch Marktveränderungen, erhöhten Wettbewerbsdruck und steigende Rohstoffpreise bedingt sind. Die Übernahmen durch Großkonzerne wie Kraft Heinz und Nestlé bieten Potenzial für weiteres Wachstum, erfordern jedoch auch eine enge Zusammenarbeit und Anpassung an die Konzernstrukturen. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob die Gewürz-Start-ups ihre Position im Markt behaupten können und welche Rolle sie in der Zukunft der Lebensmittelbranche spielen werden.
Quellen
- Nestlé buys majority stake in German spice business Ankerkraut (https://www.just-food.com/news/nestle-buys-majority-stake-in-ankerkraut-as-emz-partners-exits-german-spice-business/?utm_source=openai)
- Mehr als 60 Millionen Euro Verluste: Just Spices in der Krise (https://www.fr.de/wirtschaft/mehr-als-60-millionen-euro-verluste-just-spices-in-der-krise-zr-94176998.html?utm_source=openai)
- Kraft Heinz schließt Erwerb der Mehrheitsbeteiligung an Just Spices ab – Der Deal beschleunigt die internationale Wachstumsstrategie von Kraft Heinz mit dem Schwerpunkt auf Geschmackserweiterung (https://www.yumda.com/de/news/1174417/kraft-heinz-schliesst-erwerb-der-mehrheitsbeteiligung-an-just-spices-ab.html?utm_source=openai)


