Großstreik legt Münchens ÖPNV lahm: Notbetrieb geplant
Streik trifft Münchens Nahverkehr hart
München steht vor einem Ausnahmezustand im öffentlichen Nahverkehr. Ein großangelegter Streik legt weite Teile des ÖPNV in der bayerischen Landeshauptstadt lahm. Betroffen sind Busse und Trambahnen der Münchner Verkehrsgesellschaft.
Für Hunderttausende Pendler bedeutet das: Der Weg zur Arbeit wird deutlich schwieriger. München zählt zu den am stärksten vom Nahverkehr abhängigen Städten in Deutschland.
Notbetrieb soll Schlimmstes verhindern
Die Verantwortlichen haben einen Notbetrieb angekündigt. Damit sollen zumindest die wichtigsten Strecken teilweise bedient werden. Welche Linien fahren und welche ausfallen, kommunizieren die Verkehrsbetriebe kurzfristig.
Fahrgäste sollten sich vor Fahrtantritt über aktuelle Aushänge und digitale Informationskanäle informieren. Die MVG empfiehlt, ausreichend Zeit einzuplanen.
Tarifstreit als Hintergrund
Hinter dem Streik steckt ein ungelöster Tarifkonflikt. Gewerkschaften fordern bessere Arbeitsbedingungen und höhere Löhne für das Fahrpersonal. Die Verhandlungen zwischen den Arbeitgebervertretern und den Gewerkschaften sind bislang gescheitert.
Streiks im öffentlichen Nahverkehr haben in den vergangenen Jahren bundesweit zugenommen. Der Druck auf kommunale Verkehrsbetriebe wächst, weil Fachkräfte fehlen und die Konkurrenz um Personal steigt.
U-Bahn vorerst nicht betroffen
Einen wichtigen Unterschied gibt es: Die U-Bahn fährt nach aktuellem Stand regulär. Sie wird von einer anderen Betriebseinheit gesteuert und ist vom aktuellen Streikaufruf nicht erfasst. Das bietet zumindest eine Alternative für Pendler in den Innenstadtbereichen.
Auch die S-Bahn, die von der Deutschen Bahn betrieben wird, ist nicht Teil des Ausstands. Reisende auf diesen Linien können ihren gewohnten Fahrplan nutzen.
Massive Auswirkungen auf Pendler erwartet
Verkehrsexperten rechnen mit erheblichem Stau im Stadtgebiet. Viele Münchner werden auf das Auto umsteigen. Das Straßennetz ist für einen solchen Ansturm nicht ausgelegt.
Besonders betroffen sind Stadtteile ohne U-Bahn-Anschluss. Dort sind Busse und Tram die einzigen ÖPNV-Optionen. Bewohner dieser Gebiete haben kaum Alternativen zum eigenen Pkw.
Politik unter Druck
Der Streik setzt auch die Münchner Stadtpolitik unter Druck. Die Verkehrswende ist erklärtes Ziel der Stadt. Streiks, die den ÖPNV unzuverlässig machen, schaden diesem Ziel erheblich.
Stadtrat und Verkehrsreferat sind aufgerufen, schnell zwischen den Parteien zu vermitteln. Eine rasche Einigung im Tarifstreit liegt im Interesse der gesamten Stadt.
Was Fahrgäste jetzt tun sollten
Wer auf Bus oder Tram angewiesen ist, sollte frühzeitig alternative Routen planen. Fahrgemeinschaften, Fahrrad oder zu Fuß gehen sind mögliche Optionen. Die MVG informiert auf ihrer Website und in der App über aktuelle Fahrtmöglichkeiten im Notbetrieb.
Arbeitgeber sind aufgerufen, ihren Mitarbeitern in dieser Situation entgegenzukommen. Homeoffice oder flexible Arbeitszeiten können helfen, den Streiktag besser zu überbrücken.