
Hallbergmoos: 59 Prozent für Helsing-Rüstungsstandort
Hallbergmoos macht den Weg frei für einen ungewöhnlichen Industriestandort. Bei einem Bürgerentscheid stimmten 59 Prozent der Einwohner für die Ansiedlung des Drohnenherstellers Helsing auf der sogenannten Senderwiese. 41 Prozent lehnten das Vorhaben ab. Die Gemeinde nahe dem Münchner Flughafen kann nun die planungsrechtlichen Voraussetzungen für einen Rüstungsstandort schaffen.
Dreistellige Millioneninvestition nahe dem Flughafen
Helsing hat angekündigt, einen dreistelligen Millionenbetrag in eine neue Fabrik zu investieren. Geplant sind Forschung, Entwicklung und Fertigung an einem Standort. Über 300 neue Arbeitsplätze sollen entstehen. Das Unternehmen gilt als einer der am schnellsten wachsenden Rüstungskonzerne Europas.
Helsing produziert unter anderem Kampfdrohnen, die bereits in der Ukraine eingesetzt werden. Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz in München. Im Allgäu arbeitet Helsing an der Entwicklung des Kampfflugzeugs CA-1 Europa. Mit dem Standort Hallbergmoos würde der Konzern seine Präsenz in Bayern deutlich ausbauen.
Ratsbegehren als direktdemokratisches Instrument
Der Bürgerentscheid war als Ratsbegehren ausgestaltet. Das bedeutet: Der Gemeinderat selbst hat die Frage zur Abstimmung gestellt. Das Ergebnis ist rechtlich bindend. Die Gemeinde muss nun die planungsrechtlichen Grundlagen schaffen, konkret die Aufstellung eines Bebauungsplans für das Gelände der Senderwiese.
Mehr als vier von zehn Wahlberechtigten lehnten das Projekt ab. Kritiker hatten im Vorfeld vor den Folgen eines Rüstungsstandorts in direkter Nachbarschaft zu Wohngebieten gewarnt. Befürworter betonten die wirtschaftlichen Chancen für die Region.
Aiwanger begrüßt die Entscheidung
Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger von den Freien Wählern begrüßte das Votum ausdrücklich. Für ihn ist das Ergebnis ein Signal für den Rüstungs- und Technologiestandort Bayern. Die Staatsregierung setzt seit Jahren auf die Ansiedlung von Verteidigungstechnikunternehmen im Freistaat.
Bayern hat bereits eine dichte Konzentration an Rüstungs- und Technologiefirmen. Unternehmen wie Airbus, MTU und Rohde und Schwarz sind im Großraum München angesiedelt.
Rüstung als Wirtschaftsfaktor
Angesichts veränderter Sicherheitslage in Europa wächst die politische Bereitschaft, Rüstungsinvestitionen aktiv zu unterstützen. Kommunen, die früher zögerten, zeigen sich offener gegenüber Verteidigungsunternehmen.
Helsing ist 2021 gegründet worden und hat sich als europäischer Akteur im Bereich KI-gestützter Verteidigungstechnologie etabliert. Das Unternehmen arbeitet mit Streitkräften mehrerer NATO-Staaten zusammen. Eine eigene Fertigungsstätte in Hallbergmoos wäre ein Schritt zur industriellen Skalierung.
Weiterer Weg
Die Gemeinde hat für die Ansiedlung von Helsing gestimmt und setzt auf Arbeitsplätze und Investitionen. Bis zur ersten Produktion sind allerdings noch Bebauungsplan, Genehmigungsverfahren und Bauzeit zu durchlaufen.



