
Handwerk in Bayern: 22.100 neue Ausbildungsverträge für 2025
Das bayerische Handwerk gewinnt wieder mehr Nachwuchs. Zum Ausbildungsjahr September 2025 wurden rund 22.100 Ausbildungsverträge abgeschlossen, mehr als im Vorjahreszeitraum. Bereits bis Ende Mai lagen über 10.150 neue Verträge vor.
Frühe Vertragsabschlüsse vor dem Ausbildungsstart
Bis Ende Mai registrierten die bayerischen Handwerkskammern mehr als 10.150 neu abgeschlossene Lehrverträge für das im Herbst beginnende Ausbildungsjahr. Betriebe und Bewerber fanden damit früher zusammen als in den Vorjahren. Zum offiziellen Ausbildungsstart im September stand die Gesamtzahl von rund 22.100 Verträgen fest.
Wirtschaftsminister Aiwanger wertet Zahlen als Signal
Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger sieht in den Zahlen ein klares Signal. Das Handwerk werde für junge Leute attraktiver, so Aiwanger. Er begrüßte den Zuwachs bei den Ausbildungsverträgen ausdrücklich.
Rund eine Million Menschen arbeiten in den über 200.000 Handwerksbetrieben im Freistaat. Der Fachkräftemangel bleibt ein strukturelles Problem der Branche.
Handwerk konkurriert mit Hochschulen um Schulabgänger
Jahrelang verlor das Handwerk den Wettbewerb um Schulabgänger, weil akademische Berufe als attraktiver galten. Gute Verdienstmöglichkeiten, sichere Arbeitsplätze und klare Karrierewege verändern dieses Bild. Die Handwerkskammern in Bayern haben in den vergangenen Jahren mit Berufsorientierungsmessen, Schulkooperationen und Praktikumsprogrammen für Ausbildungsberufe geworben. Die gestiegene Zahl der Vertragsabschlüsse deutet darauf hin, dass diese Maßnahmen wirken.
Fachkräftemangel bleibt trotz Zuwachs eine Herausforderung
Trotz der gestiegenen Vertragszahlen bleibt der Bedarf an Fachkräften hoch. Viele Betriebe suchen weiterhin nach Auszubildenden, besonders im Bau, in der Elektrotechnik und im Sanitärbereich. Die demografische Entwicklung verschärft das Problem: Weniger junge Menschen drängen auf den Ausbildungsmarkt, während viele erfahrene Handwerker in den Ruhestand gehen. Der aktuelle Zuwachs bei den Lehrverträgen reicht nicht aus, um den Bedarf der Betriebe vollständig zu decken.
Betriebe investieren in Ausbildungsqualität
Viele Handwerksbetriebe reagieren auf den Wettbewerb um Nachwuchs mit besseren Ausbildungsbedingungen. Höhere Ausbildungsvergütungen, flexible Arbeitszeiten und moderne Arbeitsausstattung sind Argumente, die bei jungen Menschen ankommen. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks hat in den vergangenen Jahren wiederholt auf tarifliche Verbesserungen gedrängt. In Bayern liegen die Ausbildungsvergütungen in vielen Gewerken auf einem wettbewerbsfähigen Niveau.
Guter Start, aber kein Selbstläufer
Die rund 22.100 neuen Ausbildungsverträge im bayerischen Handwerk sind ein positiver Wert. Der strukturelle Fachkräftemangel ist damit aber nicht gelöst. Die Branche muss ihre Anstrengungen aufrechterhalten, um dauerhaft genug Nachwuchs zu gewinnen.