Insolvenzwelle: Mehrere Handelsketten schließen Filialen
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Der deutsche Einzelhandel erlebt eine neue Insolvenzwelle. Gleich mehrere bekannte Ketten melden Zahlungsunfähigkeit an und schließen ihre Filialen. Betroffen sind Schuh-, Deko- und Modegeschäfte. Hunderte Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel.
Schuhkette Onygo stellt Betrieb vollständig ein
Die Schuhkette Onygo hat Insolvenz angemeldet. Alle Filialen in Deutschland werden geschlossen. 150 Mitarbeiter verlieren damit ihren Arbeitsplatz. Das Unternehmen hatte sich auf junges, trendbewusstes Publikum konzentriert. Doch genau diese Zielgruppe kauft Schuhe bevorzugt im Internet. Das stationäre Konzept trug sich nicht mehr.
Depot schließt mehr als 60 Standorte
Auch die Deko-Handelskette Depot ist von der Insolvenz betroffen. Mehr als 60 Filialen deutschlandweit müssen schließen. Das Unternehmen hat eine Liste der betroffenen Standorte auf seiner Internetseite veröffentlicht. Darunter befinden sich Filialen in Nordrhein-Westfalen, etwa in Kamen. Der Räumungsverkauf läuft bereits.
Modekette Eterna ebenfalls zahlungsunfähig
Die Modekette Eterna hat nach ihrer Insolvenz sämtliche Läden geschlossen. Auch hier laufen Räumungsverkäufe. Kunden können noch Restbestände erwerben. Danach ist der Betrieb endgültig eingestellt.
Spielwarenanbieter Rofu: Investor rettet nicht alle Standorte
Beim insolventen Spielwarenhandel Rofu konnte ein Investor gefunden werden. Dennoch müssen 27 Filialen schließen. Betroffen ist unter anderem die Filiale in Albstadt-Ebingen in der Schillerstraße. Der Räumungsverkauf dort läuft derzeit noch.
Strukturwandel setzt stationären Handel unter Druck
Die Insolvenzen folgen einem Muster. Stationäre Händler verlieren Kunden an den Online-Handel. Besonders jüngere Zielgruppen kaufen Kleidung, Schuhe und Dekoartikel bevorzugt digital. Hohe Mietkosten in Innenstadtlagen verschärfen die Lage. Viele Geschäftsmodelle, die auf Laufkundschaft setzen, rechnen sich nicht mehr.
Gestiegene Energiekosten und eine verhaltene Konsumstimmung kommen hinzu. Verbraucher geben weniger für nicht lebensnotwendige Güter aus. Das trifft Mode, Schuhe und Dekoration besonders hart.
Folgen für Innenstädte und Beschäftigte
Die Schließungen hinterlassen Lücken in deutschen Innenstädten. Leerstände entstehen, die schwer wieder zu belegen sind. Für die betroffenen Mitarbeiter bedeutet die Insolvenz oft den sofortigen Jobverlust. Sozialpläne und Transfergesellschaften können den Übergang abfedern, lösen das Problem aber nicht vollständig.
Kommunen stehen vor der Aufgabe, ihre Innenstädte neu zu gestalten. Reine Einkaufsstraßen gelten in vielen Städten als Auslaufmodell. Gastronomie, Dienstleistungen und Erlebnisangebote sollen den Einzelhandel ergänzen oder ersetzen.
Fazit
Onygo, Depot, Eterna und Rofu stehen für einen Strukturwandel, der den stationären Einzelhandel grundlegend verändert. Wer kein tragfähiges Konzept für die digitale Konkurrenz entwickelt, gerät unter Druck. Die Räumungsverkäufe laufen. Was danach kommt, ist offen.



