Logistik

Kurze Sperren statt Monaten: DB teilt Sanierung München-Rosenheim auf

Die Deutsche Bahn lenkt ein. Nach zähen Verhandlungen mit dem Freistaat Bayern ändert der Konzern das Sanierungskonzept für die Bahnstrecke zwischen München und Rosenheim. Eine monatelange Komplettsperrung wird es nicht geben. Stattdessen teilt die Bahn die Arbeiten in zwei Etappen auf.

Zwei Etappen statt einer langen Sperrung

Der neue Plan sieht vor, die Sanierung der wichtigen Fernbahnstrecke schrittweise umzusetzen. Im Frühjahr 2028 gibt es zunächst eine achtwöchige Sperrung. Damit werden erste notwendige Arbeiten erledigt. Die Hauptsanierung folgt dann erst im Jahr 2031.

Ursprünglich hatte die Bahn eine deutlich längere Unterbrechung des Betriebs geplant. Dagegen hatte sich der Freistaat Bayern gewehrt. Der neue Koalitionsvertrag zwischen Union und SPD auf Bundesebene stützt diesen Ansatz. Auf Seite 28 des Vertrags heißt es, das Sanierungskonzept der Hochleistungskorridore werde fortlaufend überprüft und angepasst.

Wichtige Achse für Europa und Bayern

Die Strecke München-Rosenheim ist keine gewöhnliche Regionalverbindung. Sie ist Teil der europäischen Ost-West-Magistrale von Paris nach Bratislava und Budapest. Zusammen mit dem Korridor Rosenheim-Salzburg bildet sie eine der meistbefahrenen Bahnachsen Mitteleuropas.

Auf dieser Strecke rollen täglich Fernzüge, Regionalverbindungen und Güterzüge. Eine wochenlange Vollsperrung hätte massive Auswirkungen gehabt. Nicht nur auf Reisende in Bayern, sondern auf den gesamten internationalen Bahnverkehr.

Herbst 2027 als erster Meilenstein

Bereits ab Herbst 2027 kommen erste Einschränkungen auf Reisende zu. Details dazu arbeitet die Bahn derzeit aus. Die eigentliche Vollsperrung für die erste Sanierungsetappe ist dann für den Zeitraum ab dem 21. Januar 2028 geplant. Sie soll bis zum 23. Juni 2028 dauern. In diesen rund fünf Monaten werden Fern- und Güterbahnanlagen erneuert.

Die zweite und umfangreichere Etappe folgt laut aktuellem Plan im Jahr 2031. Wann genau und wie lange diese dauert, ist noch nicht abschließend kommuniziert.

Druck aus München zahlt sich aus

Der Kurswechsel der Bahn ist ein Erfolg für die bayerische Landespolitik. Der Freistaat hatte sich klar gegen eine ausgedehnte Komplettsperrung positioniert. Die wirtschaftlichen und verkehrlichen Folgen wären zu gravierend gewesen.

Bayern ist auf funktionierende Bahnverbindungen nach Österreich und Südosteuropa angewiesen. Viele Unternehmen in der Region nutzen die Strecke für den Güterverkehr. Auch der Tourismus zwischen München, dem Alpenvorland und Salzburg hängt von dieser Verbindung ab.

Münchner Stammstrecke sorgt parallel für Probleme

Während die Einigung bei der Fernbahnstrecke als Erfolg gilt, läuft es im Münchner S-Bahn-Netz gerade weniger gut. Nicht rechtzeitig abgeschlossene Bauarbeiten an der zweiten Stammstrecke führen zu massiven Beeinträchtigungen. Fast alle S-Bahn-Linien sind betroffen. Das zeigt: Die Sanierung der bayerischen Bahninfrastruktur ist ein Mammutprojekt mit vielen parallelen Baustellen.

Fazit: Etappenlösung als pragmatischer Kompromiss

Die Bahn hat beim Streckenprojekt München-Rosenheim auf politischen Druck reagiert. Der neue Zweietappenplan ist ein Kompromiss. Er reduziert die kurzfristigen Belastungen für Reisende und Wirtschaft. Die eigentliche Hauptarbeit wird aber auf 2031 verschoben. Ob dieser Zeitplan hält, wird von vielen Beteiligten aufmerksam beobachtet. Bayern hat bei diesem Projekt bewiesen: Hartnäckiges Verhandeln mit dem Bund zahlt sich aus.

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