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Lithium-Akkus in Flammen: Feuerwehr kämpft stundenlang

Ein Großbrand bei einem Akku-Hersteller in Bayern hat die Feuerwehr vor extreme Herausforderungen gestellt. Lithium-Akkus entzündeten sich immer wieder selbst. Die Löscharbeiten dauerten mehrere Stunden. Mindestens ein Feuerwehrmann wurde dabei leicht verletzt.

Selbstentzündung erschwert den Einsatz

Das Kernproblem bei solchen Bränden ist die Eigenheit von Lithium-Ionen-Akkus. Sie entzünden sich auch dann wieder, wenn das offene Feuer bereits gelöscht scheint. Fachleute nennen diesen Vorgang den sogenannten thermischen Durchgang. Dabei laufen chemische Reaktionen innerhalb der Akkuzellen unkontrolliert ab. Diese Reaktionen stoppen nicht automatisch, wenn Wasser aufgetragen wird.

Die Akkuzellen reagieren auch im Wasser weiter. Für die Einsatzkräfte bedeutet das: kein schnelles Ende des Einsatzes. Löscharbeiten bei solchen Bränden dauern laut Fachleuten regelmäßig sechs Stunden oder länger. Beim aktuellen Vorfall in Bayern bestätigte sich dieses Muster erneut.

Großaufgebot der Feuerwehr im Einsatz

Die Feuerwehr rückte mit einem Großaufgebot an. Ziel war es, eine Ausbreitung des Feuers auf umliegende Firmengebäude zu verhindern. Das gelang den Einsatzkräften. Der Sachschaden am betroffenen Betrieb ist jedoch erheblich.

Für die Brandbekämpfung kamen große Mengen Wasser zum Einsatz. Das Löschwasser wird durch die Chemikalien in den Akkus verunreinigt. Die Entsorgung dieses kontaminierten Wassers ist aufwendig und kostspielig. Spezielle Brandbekämpfungsdecken aus Hochtemperaturgewebe können bei solchen Einsätzen ergänzend eingesetzt werden. Sie dämmen die Flammen ein und erzeugen einen kühlenden Effekt.

Wachsendes Risiko durch steigende Akkuproduktion

Brände bei Akku-Herstellern und Recyclingbetrieben sind kein Einzelfall. In jüngster Vergangenheit kam es in mehreren europäischen Betrieben zu vergleichbaren Vorfällen. Eine Recyclingfirma in Kaiseraugst erlebte erst kürzlich meterhohe Flammen durch einen Akkubrand. Auch dort zogen sich die Löscharbeiten bis in die frühen Morgenstunden hin.

Der Grund für die häufigeren Vorfälle ist struktureller Natur. Die Produktion und der Einsatz von Lithium-Ionen-Akkus haben in den vergangenen Jahren stark zugelegt. Elektrofahrzeuge, Energiespeicher und Industrieanwendungen treiben die Nachfrage an. Damit steigt auch die Menge an Akkus, die produziert, gelagert und entsorgt werden müssen.

Falsche Lagerung und Entsorgung als Brandursache

Nicht immer ist ein technischer Defekt die Ursache. Falsche Lagerung erhöht das Brandrisiko erheblich. Auch unsachgemäße Entsorgung spielt eine Rolle. Alte Akkus landen oft im Hausmüll. Beim Transport können sie mechanisch beschädigt werden. Das löst Kurzschlüsse und gefährliche chemische Reaktionen aus.

Fachleute fordern deshalb strengere Vorschriften für Lagerung und Entsorgung. Hersteller und Produktveredler sollen klare Sicherheitshinweise liefern. Eine schriftliche Dokumentation der Akkuzusammensetzung soll Feuerwehren im Ernstfall helfen.

Folgen für betroffene Betriebe

Für den betroffenen Akku-Hersteller in Bayern bedeutet der Brand einen erheblichen wirtschaftlichen Schaden. Neben dem unmittelbaren Sachschaden drohen Betriebsunterbrechungen. Produktionsanlagen müssen geprüft und teilweise ersetzt werden. Gebäudeschäden müssen begutachtet werden.

Bei Bränden durch Akkus sind Versicherungsfragen oft komplex. Wer haftet, hängt von der genauen Brandursache ab. Ein technischer Defekt am Gerät kann Herstellerhaftung auslösen. Fehler bei der Lagerung können hingegen den Betreiber in die Pflicht nehmen.

Fazit

Der Brand beim bayerischen Akku-Hersteller zeigt, wie anspruchsvoll der Umgang mit Lithium-Technologie in der Praxis ist. Feuerwehren stehen vor physikalischen und chemischen Grenzen, die klassische Löschmethoden schnell an ihre Grenzen bringen. Für Unternehmen der Branche gilt: Prävention, sichere Lagerung und klare Notfallpläne sind keine Option, sondern Pflicht.

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