Main in der Hitzefalle: Franken pumpt Wasser gegen Niedrigpegel
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Neun Kubikmeter Wasser pro Sekunde fließen derzeit aus dem Großen Brombachsee und dem Rothsee in Richtung Main. Das entspricht etwa 45 Badewannen pro Sekunde. Der Fluss leidet unter dem heißen Sommer: Der Pegel ist niedrig, die Wassertemperatur kritisch hoch.
Warnstufen entlang des Mains
Ab Würzburg mainabwärts gilt bereits Warnstufe zwei von drei. Zwischen Bamberg und Würzburg besteht eine Vorwarnung. Die Sauerstoffwerte im Wasser sinken, was Fische und andere Lebewesen gefährdet. Die Politik in Mainfranken hat das Thema auf die Agenda gesetzt.
Das Niederschlagsdefizit in Bayern beträgt für das laufende Abflussjahr rund 34 Prozent. 84 Prozent der oberflächennahen Grundwassermessstellen zeigen niedrige Verhältnisse, bei den tieferen Grundwasserstockwerken sind es 79 Prozent. Die Lage ist landesweit angespannt.
Stauseen als Puffer
Der Große Brombachsee im Fränkischen Seenland ist das zentrale Ausgleichsbecken. Er speichert Wasser aus niederschlagsreichen Zeiten und gibt es bei Bedarf in das Flussnetz ab. Auch der Rothsee nördlich von Roth gehört zu diesem System.
Theoretisch gibt es eine weitere Option: Über den Main-Donau-Kanal könnte Wasser aus der Donau in Richtung Main geleitet werden. Doch diese Reserve ist begrenzt. Wie lange die Hilfsmaßnahmen aufrechterhalten werden können, hängt direkt vom Wasserstand des Brombachsees ab.
Nürnberg bezieht Fernwasser aus Südbayern
Die Auswirkungen der Trockenheit reichen über den Main hinaus. Die fränkischen Trinkwasserbrunnen liefern in diesem Hitzesommer weniger Nachschub als gewöhnlich. Nürnberg und weite Teile Frankens müssen deshalb Fernwasser aus Südbayern beziehen. Dieser Transport hat nach Angaben der Versorger einen neuen Rekordwert erreicht.
Ökologische Risiken steigen
Zu warmes Wasser enthält weniger gelösten Sauerstoff. Fische reagieren empfindlich darauf. Im Umland mussten bereits Fische aus einem bedrohten See gerettet werden. Behörden und Naturschützer beobachten die Lage genau.
Die Kombination aus Hitze, niedrigen Grundwasserständen und fehlendem Niederschlag belastet das Wassermanagement stark. Bayern hat mit dem Fränkischen Seenland ein gezielt geplantes Ausgleichssystem, doch zeigt der aktuelle Sommer dessen Grenzen.
Infrastruktur unter Druck
Bayern steuert aktiv gegen die Folgen der Trockenheit. Das Transfersystem zwischen den Stauseen und dem Main funktioniert, ist aber kein Allheilmittel. Ohne nennenswerte Niederschläge werden die Reserven knapper. Ob die bestehenden Kapazitäten für häufigere und längere Trockenphasen ausreichen, wird in der bayerischen Wasserwirtschaft diskutiert.



