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Mediengruppe Bayern gibt weiteren Druckstandort auf

Die Mediengruppe Bayern zieht sich aus einem weiteren Druckereibetrieb zurück. Das Unternehmen, das 2022 aus der Verlagsgruppe Passau hervorging, gibt damit einen Produktionsstandort auf. Die Entscheidung folgt einem klaren Branchentrend: Bayerische Druckereien konsolidieren ihre Standorte.

Strukturwandel trifft die Druckbranche hart

Der bayerische Druckmarkt steht unter Dauerdruck. Rückläufige Auflagen, sinkende Werbeeinnahmen und steigende Produktionskosten zwingen Verlage zum Handeln. Die Mediengruppe Bayern ist dabei kein Einzelfall.

Bereits 2022 verlegte der Donaukurier aus Ingolstadt seinen Druckbetrieb nach Regensburg. Der eigene Standort wurde geschlossen. In der Redaktion sprachen Mitarbeiter damals offen vom Niedergang ihrer Zeitung.

Im Jahr 2023 folgte die Mayer und Söhne Druck- und Mediengruppe. Das Unternehmen stellte seine Druckerei in Aichach zum Jahresende weitgehend ein. Kurz zuvor hatte Axel Springer angekündigt, seinen Druckstandort in Ahrensburg bei Hamburg zu schließen. Rund 100 Mitarbeiter waren betroffen.

Für 2026 ist die nächste Schließung bereits angekündigt. Das ADV-Augsburger Druck- und Verlagshaus stellt seinen Betrieb Ende August 2026 ein.

Mediengruppe Bayern: Umbau nach Neuausrichtung

Die Mediengruppe Bayern selbst befindet sich seit 2022 im Umbau. Damals firmierten die früheren Eigentümer die Verlagsgruppe Passau GmbH in Mediengruppe Bayern um. Parallel übernahm das Unternehmen sämtliche Anteile an weiteren Medienhäusern.

Die Zusammenlegung von Druckkapazitäten ist ein logischer Schritt bei solchen Konsolidierungen. Weniger Standorte bedeuten geringere Fixkosten. Die Produktion wird auf verbleibende Werke konzentriert.

Branchenverband beobachtet den Wandel

Der Verband Druck und Medien Bayern, kurz VDMB, verfolgt die Entwicklung mit Sorge. Der Verband mit Sitz in Aschheim vertritt die Interessen der bayerischen Druck- und Medienbranche. Schon im Jahresmagazin 2020 dokumentierte der VDMB einen drastischen Einbruch der Werbeausgaben. Im zweiten Quartal 2020 fielen wirtschaftliche Kennzahlen auf historische Tiefststände.

Seitdem hat sich die Lage für viele Betriebe nicht grundlegend verbessert. Der Wandel zu digitalen Medien beschleunigt den Rückgang der Printauflagen weiter.

Arbeitsplätze in Gefahr

Jede Druckereischließung bedeutet den Verlust von Arbeitsplätzen. Wie viele Stellen bei der aktuellen Entscheidung der Mediengruppe Bayern betroffen sind, ist bislang nicht öffentlich bekannt. Bei vergleichbaren Schließungen in der Branche lagen die Zahlen zuletzt im zwei- bis dreistelligen Bereich.

Für die betroffenen Regionen wiegt der Verlust doppelt. Druckereien sind oft Teil der lokalen Wirtschaftsstruktur. Viele Betriebe bestanden über Jahrzehnte.

Fazit

Die Schließung des Druckereibetriebs durch die Mediengruppe Bayern ist kein Ausrutscher. Sie ist Teil eines strukturellen Wandels, der die gesamte Branche erfasst hat. Verlage in Bayern und ganz Deutschland passen ihre Produktionskapazitäten an eine Medienwelt an, in der Print an Bedeutung verliert. Wer überleben will, muss Kosten senken und Strukturen straffen. Die Schließungen werden nicht die letzten sein.

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